Prince Edward County & Kingston

Am Mittwochmorgen sind wir also zu unserem kleinen Road-Trip in Richtung Osten durch Ontario aufgebrochen. Erstes Ziel war Prince-Edward-County (PEC), um das dortige Weinanbaugebiet sowie die zahlreichen Naturparks zu erkunden. Die meisten werden sich nun denken: Wein in Kanada?! Ich  muss zugeben, ich hab auch erstmal gestutzt. Es hat sich aber rausgestellt, dass – obwohl die Anbaugebiete noch recht jung sind – zumindest der Weißwein hier (meist Chardonnay) echt ganz gut ist. Und auch das Wetter ist irgendwie anders als die meisten vermuten würden, wenn man an Kanada denkt… Es unterscheidet sich momentan nämlich hauptsächlich in der Luftfeuchtigkeit von Mittelamerika, nicht aber in den Temperaturen! Seit ich hier bin hat(te) es mit einer Ausnahme immer zwischen 28°C und 35°C, begleitet von strahlendem Sonnenschein und Zuckerwattewölkchen am Himmel… 😀

Das fabelhafte Wetter haben wir in Prince Edward County unter anderem dazu genutzt, um in Bloomfield, Standort unserer kleinen Pension, Fahrräder auszuleihen und uns damit auf eine kleine Weinverkostungstour zu machen. Am Ende des Tages hatten wir gute 50km zurückgelegt, die wunderbare Weite Kanadas genossen und verschiedene Weingüter zwischen Wellington und Hillier besucht! Ein echter Spaß! Und Marie war natürlich auch dabei und hat aufgepasst, dass nichts passiert. 😉 Am nächsten Tag sind wir dann zum Sandbanks Provincial Park (Nationalpark) gefahren und haben dort unter anderem die größten am Süßwasser gelegenen Sanddünen der Welt (ca. 3m hoch) erkundet. Ein wirklich schöner Park mit tollen Wanderwegen und zahlreichen Bademöglichkeiten! Aber die Sanddünen… wirklich schön und aus ganz feinem, hellbraunem Sand… auch so was, was ich irgendwie nicht in Kanada vermutet hätte… dieser Roadtrip entwickelt sich zu einer echten Bildungsreise!

Unser nächstes Ziel war dann Kingston, die frühere Hauptstadt von Kanada. Auf dem Weg dorthin schauten wir uns noch den Lake on the Mountain Provincial Park an. Die Besonderheit dieses Sees liegt in der Unbekanntheit seines Ursprungs, denn obwohl eine ganze Menge Theorien dazu existieren, ist bis heute keine einzige davon wissenschaftlich vollständig anerkannt.
Kingston selbst hat mir sehr gut gefallen! Vormittags haben wir zunächst Fort Henry besucht, eine Festung am Rideau Canal, die ab 1812 – als dieser Teil Kanadas noch unter britischer Flagge stand – sowohl die Hauptstadt selbst als auch den Seeweg zwischen Ottawa und Montreal vor einem amerikanischen Übergriff beschützen sollte. Die Führung durch die Festung war insbesondere deshalb interessant und sehr unterhaltsam, weil sie wie ein kleines Theaterstück inszeniert wurde. Alle Akteure, die wir an diesem Vormittag sahen, hatten ihre eigene kleine Rolle zu spielen, trugen die entsprechenden Uniformen und Requisiten und so fühlte man sich fast ein bißchen nach damals versetzt. In Kingston selbst besuchten wir dann nachmittags den Campus der Queen’s University, der 1841 eröffnet und vor Kurzem erst frisch saniert wurde! Ein unglaublich schöner Campus – vermutlich der schönste Universitäts-Campus, den ich bisher gesehen habe (Harvard eingeschlossen)! Anschließend besuchten wir dann noch eine Kunst-/Handwerks-Ausstellung mit Live-Musik im Stadt-Park und nach dem Abendessen beschlossen wir spontan ins Kino zu gehen und uns den Film Jersey Boys (Regie: Clint Eastwood) anzuschauen. Wow! Mein erster Kinobesuch seit etwa einem Jahr! 😀 Und am nächsten Tag (bevor es weiter nach Ottawa ging) stand dann noch ein ganz besonderer Ausflug auf dem Plan: eine Schiffsfahrt durch die Thousand Islands (“Tausend Inseln”) – blöderweise hatte ich meinen Foto an diesem Tag im Auto liegen lassen und so kann ich euch leider keine Fotos von dieser beeindruckenden Szenerie zeigen…

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