Monthly Archives: Juli 2014

Zurück in Deutschland

Jetzt bin ich seit gut einer Woche wieder in Deutschland und noch immer bin ich zwischendurch damit beschäftigt, mich an die Dinge zu gewöhnen, die ein häusliches Leben hier so mit sich bringt: an einen Hausschlüssel denken, Auto fahren, einen Schrank voller Kleidung (und einen weiteren Schrank voller Schuhe…), Wäsche waschen (im Gegensatz zu waschen lassen…) und so weiter… 😉 Aber das wird schon.

Tatsächlich war ich letzten Mittwochmorgen um 8 Uhr direkt auf dem Arbeitsamt und habe mich anschließend gleich um diverse andere Formalia gekümmert, die nach meiner Rückkehr anstanden (der Stapel an Briefen auf meinem Schreibtisch war beachtlich…). Und auch sonst haben es mir Freunde und Familie leicht gemacht, zurück in den Alltag zu finden, denn es standen gleich jede Menge Treffen, Termine und Feste an, sodass ich in den vergangenen sieben Tagen schon mehr bekannte Gesichter gesehen habe, als ich mir das hätte erhoffen können.

Nun gut, seit Montag beschäftige ich mich nun “offiziell” mit der Stellensuche. Die erste Bewerbung ist schon raus und ich hoffe bis Ende nächster Woche werden es noch mindestens zwei weitere. Ich werde euch auf jeden Fall auf dem Laufenden halten, sobald sich was ergibt.

Da viele Leute, die ich während meiner Reise getroffen habe, gefragt haben wie es dort, wo ich herkomme, so aussieht, hab ich in den letzten Tage einige Fotos gemacht und möchte euch diese nun nicht vorenthalten. *tadaa* Heidelberg und Umgebung oder auch ein kleiner Teil der Rheinebene…

 

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Leaving on a jet plane…

Da wir ja jetzt Weltmeister sind (und Marie und ich daher lange genug im Ausland ausgeharrt haben, um das zu ermöglichen), ist es nun an der Zeit zurückzukommen! Unser Flugzeug landet am Dienstagvormittag in Frankfurt. Und wir freuen uns schon auf den dann beginnenden nächsten Abschnitt unserer gemeinsamen Reise – wohin auch immer dieser führen wird… :-)

 

Man mag darüber streiten,
ob es schöner ist aufzubrechen
oder nach Hause zu kommen.
Jedenfalls sind das schon mal
zwei gute Gründe für eine Reise!
– unbekannt –

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’54 ’74 ’90 2014 !!!

Viel gibt’s eigentlich nicht zu sagen… Außer vielleicht einem Verweis auf meine Prognose vom 20.06.2014 *lol* und das hier: schön, dass eine Mannschaft gewonnen hat, die auch als Mannschaft gespielt hat und nicht eine, die ihr Spiel nur um ein, zwei Superstars aufgebaut hat! Frei nach dem Motto: Was wir alleine nicht schaffen, das schaffen wir dann zusammen!

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Zurück in Toronto

Unser Road-Trip von Toronto aus durch Prince Edward County nach Kingston, weiter nach Ottawa und schließlich nach Quebec City brachte schließlich gute 1000 Kilometer auf den Tacho und so traten wir am Samstag den Rückweg an… Um die Autofahrt nicht zu anstrengend werden zu lassen, beschlossen wir nochmal in Kingston zu übernachten. Dies lag nicht nur ziemlich genau auf halber Strecke, sondern war besonders cool, da wir über AirBnB (ein OnlinePortal zur Vermittlung von privaten Unterkünften) ein Segelboot im Hafen von Kingston gefunden hatten, in dem wir günstig übernachten konnten. Wir waren also nicht nur total zentral in der Stadt, sondern wurden nachts auch noch von den Wellen sanft in den Schlaf gewogen! Außerdem konnten wir so das Fußballspiel Holland – Costa Rica schauen. :-)

Am Sonntagvormittag ging’s dann weiter in Richtung Toronto und nach einem kurzen Frühstücksstopp in Napanee (Geburtstort von Avril Lavigne) und einem späteren Stopp auf dem Weingut Hubbs Creek in Prince Edward County, kamen wir am späten Nachmittag wieder wohlbehalten in Toronto an. Der Kilometerstand zeigte mittlerweile gute 2000 Kilometer und so waren wir doch irgendwie froh, wieder “zuhause” zu sein. Außerdem stand am Montag das Backen einer Schwarzwälder Kirschtorte auf dem Plan, da einer von Grahams Freunden (Dave) am Wochenende Geburtstag gehabt hatte und ich angeboten hatte, einen Kuchen zu backen. In meiner Back-Euphorie und Überheblichkeit hab ich allerdings nicht daran gedacht, dass nicht jeder ein halbes Vermögen für Backutensilien ausgibt (wie das in meiner Familie so üblich ist…) und so gestaltete sich das Backen dann doch deutlich komplizierter als ich mir das vorgestellt hatte (keine Waage, kein Sieb (für das Mehl), anderer Backofen (Fahrenheit), usw…). Die Torte sah am Ende zwar gut aus und dem Feedback nach zu urteilen hat sie auch allen geschmeckt – eine richtige Schwarzwälder Kirschtorte war es in meinen Augen letztlich aber nicht; denn der Biscuit war irgendwie mehr ein Rührteig… aber gut: war dann halt die kanadische Version einer Schwarzwälder Kirschtorte… 😉 Am selben Abend sind wir dann noch alle zusammen zu einem Baseball-Spiel von Daves Sohn Evan gegangen und ich habe mein erstes Baseball-Spiel live erlebt; natürlich begleitet von jeder Menge Regel-Erläuterungen.

Am Dienstag stand dann auch schon der nächste aufregende Programmpunkt auf dem Plan, denn wir hatten ein Treffen aller Kanadier, die bei der Belize-Rundreise dabei waren, organisiert. Das war besonders einfach, weil alle aus Toronto bzw. der näheren Umgebung kamen und wir uns daher einfach in Toronto treffen konnten. 😀 Der erste Programmpunkt sah einen Besuch im Mystery Room vor, eine Art Labyrinth, in dem man sich sukzsessive von einem zum nächsten Raum vorarbeiten muss, indem man verschiedene Rätsel löst, Tipps findet, usw. Das war ein wirklich großer Spaß – auch wenn wir uns zwischendurch wohl ein bißchen doof angestellt haben. In den meisten Fällen war unsere Herangehensweise glaub ich einfach etwas zu wissenschaftlich… 😉
Anschließend suchten wir uns eine SportsBar, in der wir das Deutschland-Brasilien-Spiel schauen konnten und ich muss wohl keinem erzählen, dass das ein ganz besonderes Vergnügen war! 7:1! Mann, Mann, Mann… Marie und ich waren ja überzeugt, dass wir gewinnen würden… aber mit diesem Ergebnis haben nicht mal wir gerechnet…. 😀 Ich bin wirklich total gespannt auf das Finalspiel morgen!
Im Anschluss an das Spiel trafen wir uns dann bei Maxine und Drew zuhause. Drew ist ein passionierter Hobbykoch und zusammen mit Maxine bereitete er ein ganz ausgezeichnetes Fünf-Gänge-Menü für uns zu. Zum Warmwerden gab’s Baguette, das man in Guacamole oder einen Humus-Dip tunken konnte. Weiter ging’s mit einer Art Miso-Suppe. Anschließend gab es gegrilltes Lachsfilet mit gedünstetem Gemüse und Kartoffelbrei. Zum Nachtisch bekamen wir kleine Biscuittörtchen mit Sahne und Früchten und abschließend gab es sogar noch eine Käseplatte!!! Es schmeckte wirklich ganz ausgezeichnet und alle freuten sich sehr über unser Wiedersehen! Begleitet wurde das Essen natürlich von zahlreichen Anekdoten aus Belize, aber auch von Geschichten, was so in der Zwischenzeit alles passiert ist! Es war ein wirklich ganz wunderbarer Abend und so war ich gar nicht so sehr überrascht, dass wir erst gegen 2 Uhr schlafen gingen.

Und was hab ich sonst noch so gemacht? Irgendwie jede Menge und dann auch wieder nichts… 😀 Wäsche musste zwischendurch ja auch gewaschen werden, wir waren einkaufen, haben Fußball geschaut, uns ein bißchen um die Gartenpflege gekümmert und am Freitag haben wir dann nochmal einen Tagesausflug an den Strand gemacht. Konkret sind wir ins etwa 140km entfernte Wasaga Beach am Lake Huron gefahren, einer der fünf großen Seen in Kanada und den USA. Das Wetter war wirklich ganz wunderbar: ich lag zum ersten Mal in diesem Jahr an einem Strand, ohne über die Maßen zu schwitzen und hab es dennoch geschafft, einen kleinen Sonnenbrand zu bekommen… 😉

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Quebec City

Von Ottawa aus ging’s weiter nach Quebec City, der Hauptstadt von Quebec, der einzigen offiziell französisch-sprachigen Provinz Kanadas. Zusammen mit Nova Scotia, New Brunswick und Ontario gehört Quebec zu den Gründungsprovinzen der Kanadischen Konföderation und ist somit eine der ältesten Provinzen Kanadas. Die Gründung der sogenannten Dominion Kanada, das heißt einer selbst-verwalteten Kolonie des Britischen Reiches, fand 1867 statt. Da Quebec jedoch vor dieser Zeit französische Kolonie war, ist auch heute noch der französische Einfluss deutlich zu erkennen. Viele Aspekte aus Architektur, Sprache, Religion und Verwaltung lassen die Wurzeln deutlich erkennen.

Quebec City, 1608 gegründet von Samuel de Champlain, war von Anfang an die Hauptstadt des damaligen Neufrankreichs und hält seinen Status als Hauptstadt der Provinz Quebec bis heute. Insbesondere wenn man nach Old Quebec City geht, das heißt den alten Teil von Quebec City, der noch heute von den damaligen Stadtmauern umschlossen ist, fühlt man sich ein bißchen wie in Frankreich, auch wenn die nordamerikanischen Einflüssen deutlich zu sehen sind. Dieser gut 400 Jahre alte Teil der Stadt beinhaltet die wohl ältesten Bauwerke, die man in Nordamerika finden kann und gilt daher unter Kanadiern als beliebtes Reiseziel.

In den beiden Tagen, die wir in der Stadt verbrachten, erkundeten wir am ersten Tag bei strahlendem Sonnenschein in etwa 6 Stunden den alten Teil von Quebec City zu Fuß. Wir besuchten außerdem ein Museum zur Bedeutung sowie zur Gründungsgeschichte der Stadt und nahmen an einer Führung durch die Citadelle de Quebec teil, einer alten Festung, die ursprünglich zur Verteidigung der Stadt von den Franzosen erbaut, letztlich jedoch von den Engländern nach derem Sieg über die Franzosen erst richtig ausgebaut wurde. Am zweiten Tag schauten wir dann zuerst das Fußballspiel Deutschland gegen Frankreich, das besonders interessant war, da ich diesmal – zumindest gefühlt – der einzige Deutschland-Fan im Pub war (zugegeben: es war keine richtige SportsBar, aber ein netter Platz, um das Spiel zu schauen!). Anschließend machten wir uns erneut zu Fuß auf den Weg, diesmal um das politische Viertel von Quebec City zu erkunden. In verschiedenen Parkanlagen stiessen wir auf Denkmäler zu Ehren jedes ehemaligen Premiers von Quebec, aber auch zu Ehren von verschiedenen Dichtern und Denkern sowie historischen Ereignissen die Stadt betreffend. Davon abgesehen nahmen wir an einer Führung durch das Parlamentsgebäude teil, die wirklich interessant war. Zum Abendessen waren wir dann in einer netten kleinen Creperie und durch das ganze französische Ambiete der Stadt und des Bistros hätte man fast meinen können, ich wäre nur mal schnell von Deutschland aus über die Grenze nach Frankreich gefahren und überhaupt nicht weit weg… :-)

Ganz generell ist mir aufgefallen, dass Quebec City extrem sauber und alle öffentlichen Anlagen besonders gepflegt waren. Und die Menschen waren – wie eigentlich überall bisher in Kanada – sehr sehr freundlich und in allen Belangen sehr hilfsbereit und aufgeschlossen. Ein wirklich lohnenswerter Besuch! :-)

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Ottawa

Unser nächstes Ziel lautete Ottawa, die Hauptstadt Kanadas. Denn neben den üblichen Attraktionen, die eine Hauptstadt so zu bieten hat, fanden dort am 1. Juli auch gigantische Feierlichkeiten anlässlich des Canada-Day, das heißt des Nationalfeiertags Kanadas, statt.

Wir machten uns am Montagmorgen also ganz früh auf den Weg von Kingston nach Ottawa und kamen dank der günstigen Verkehrslage bereits um 11.30 Uhr an unserem Ziel an. Eine Besonderheit von Ottawa ist unter anderem, dass die Stadt durch den Ottawa Fluss getrennt ist. Dies hat zur Folge, dass ein Teil Ottawas in der Provinz Ontario und ein anderer Teil in der Provinz Quebec liegt, was wiederum zur Folge hat, dass in einem Teil der Stadt Englisch und im anderen Teil Französisch gesprochen wird. 😀

Bevor wir das Deutschland-Spiel gegen Algerien um 16 Uhr zusammen mit ganz vielen anderen Deutschland-Fans in einer Sports-Bar schauten, erkundeten wir zunächst ein bißchen die Stadt zu Fuß und ich bekam allmählich einen Eindruck, wie groß die Feierlichkeiten anlässlich des Nationalfeiertags am Dienstag ausfallen würden. Wir besuchten verschiedene Parlamentsgebäude, schlenderten durch einige Parks sowie die Fußgängerzone und endeten schließlich im sogenannten Market, einem Stadtteil nahe des Ottawa Flusses, der viele Bars, Restaurants und kleine Geschäfte beherrbergt. Nachdem ich ja zunächst ein bißchen besorgt war, dass es in Kanada vielleicht schwierig sein würde, die Fußball-WM zu verfolgen (Kanada ist schließlich nicht gerade bekannt als Fußballnation), so hatte sich diese Sorge sehr schnell zerschlagen und es war auch in Ottawa überhaupt kein Problem, eine nette Lokation für das Deutschland-Spiel zu finden! Man sieht wirklich überall Werbung für die Übertragung der Spiele sowie alle erdenklichen Fahnen, was wahrscheinlich daran liegt, dass Kanada eine echte multikulturelle Nation ist mit Staatsbürgern, deren Vorfahren von so ziemlich überall auf der Welt stammen. Das bringt eine – wie ich finde – wirklich einladende und besonders freundliche Atmosphäre mit sich und es hat bisher jedesmal extrem viel Spaß gemacht, hier ein Fußballspiel zu schauen! Nun gut, viel mehr muss zu diesem Spiel dann auch nicht gesagt werden. Denn: wir haben gewonnen; wenn auch ein bißchen mühsam. Am Ende ist es aber genau das, was zählt.

Nach dem Spiel haben wir dann unsere Erkundungtour durch die Stadt fortgesetzt und versucht uns für den kommenden Tag zu orientieren. Es gab verschiedene Musik-/Theaterbühnen über die ganzen Stadt verteilt, wobei die größte Bühne direkt vor dem zentralen Parlamentsgebäude aufgebaut war. In den Straßen gab es außerdem zahlreiche Straßenkünstler und vielfältige Aktionsstände, wobei so ziemlich alle Angebote kostenlos waren! Und als wir uns gerade auf den Rückweg zu unserer Unterkunft im französisch-sprachigen Teil der Stadt machen wollten, stellten wir fest, dass auf der Hauptbühne das komplette Programm für den nächsten Tag geprobt wurde und so beschlossen wir – zusammen mit nur etwa 100 anderen Leuten – dieses Exklusiv-Erlebnis mitzunehmen. Dadurch erlebten wir kanadische Künstler wie Nadja, Serena Ryder und Marianas Trench hautnah und sahen zudem wie manche Organisatoren wild durch die Gegend rannten, wenn etwas nicht nach ihren Vorstellungen lief… 😀

Am nächsten Tag erfassten wir dann das ganze Ausmaß der Feierlichkeiten! Die ganze Stadt war (in den kanadischen Farben rot-weiß) auf den Beinen! Überall sah man Ahornblätter(-zeichen) sowie kanadische Fahnen; in den Straßen wurde kleine Papierfähnchen verteilt und man bekam kostenlose Ahornblätter oder einen Kanada-Schriftzug auf den Arm gestempelt/gemalt. Für mich als Deutsche war es wirklich interessant und beeindruckend zugleich, zu sehen, wie Menschen mit so vielfältigen Hintergründen sich gemeinsam feiern. Und das war es im Grunde: die Multikultination Kanada hat sich ganz friedlich, mit viel Spaß und Nationalstolz, aber ganz ohne übertriebenen Patriotismus selbst gefeiert… Kennt man aus Deutschland so natürlich nicht… da gibt’s ja schon große Debatten, wenn man ein Deutschland-Fähnchen während der Fußball-WM aufhängt… Wahrscheinlich war ich auch deshalb so fasziniert von der Szenerie, die sich mir den da ganzen Tag über geboten hat!
Natürlich war der Kanada-Tag aber auch abgesehen davon ein echtes Erlebnis: denn die verschiedenen Bühnen und Programmpunkte in der ganzen Stadt sowie das gigantische Feuerwerk am Ende waren ziemlich cool!

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Prince Edward County & Kingston

Am Mittwochmorgen sind wir also zu unserem kleinen Road-Trip in Richtung Osten durch Ontario aufgebrochen. Erstes Ziel war Prince-Edward-County (PEC), um das dortige Weinanbaugebiet sowie die zahlreichen Naturparks zu erkunden. Die meisten werden sich nun denken: Wein in Kanada?! Ich  muss zugeben, ich hab auch erstmal gestutzt. Es hat sich aber rausgestellt, dass – obwohl die Anbaugebiete noch recht jung sind – zumindest der Weißwein hier (meist Chardonnay) echt ganz gut ist. Und auch das Wetter ist irgendwie anders als die meisten vermuten würden, wenn man an Kanada denkt… Es unterscheidet sich momentan nämlich hauptsächlich in der Luftfeuchtigkeit von Mittelamerika, nicht aber in den Temperaturen! Seit ich hier bin hat(te) es mit einer Ausnahme immer zwischen 28°C und 35°C, begleitet von strahlendem Sonnenschein und Zuckerwattewölkchen am Himmel… 😀

Das fabelhafte Wetter haben wir in Prince Edward County unter anderem dazu genutzt, um in Bloomfield, Standort unserer kleinen Pension, Fahrräder auszuleihen und uns damit auf eine kleine Weinverkostungstour zu machen. Am Ende des Tages hatten wir gute 50km zurückgelegt, die wunderbare Weite Kanadas genossen und verschiedene Weingüter zwischen Wellington und Hillier besucht! Ein echter Spaß! Und Marie war natürlich auch dabei und hat aufgepasst, dass nichts passiert. 😉 Am nächsten Tag sind wir dann zum Sandbanks Provincial Park (Nationalpark) gefahren und haben dort unter anderem die größten am Süßwasser gelegenen Sanddünen der Welt (ca. 3m hoch) erkundet. Ein wirklich schöner Park mit tollen Wanderwegen und zahlreichen Bademöglichkeiten! Aber die Sanddünen… wirklich schön und aus ganz feinem, hellbraunem Sand… auch so was, was ich irgendwie nicht in Kanada vermutet hätte… dieser Roadtrip entwickelt sich zu einer echten Bildungsreise!

Unser nächstes Ziel war dann Kingston, die frühere Hauptstadt von Kanada. Auf dem Weg dorthin schauten wir uns noch den Lake on the Mountain Provincial Park an. Die Besonderheit dieses Sees liegt in der Unbekanntheit seines Ursprungs, denn obwohl eine ganze Menge Theorien dazu existieren, ist bis heute keine einzige davon wissenschaftlich vollständig anerkannt.
Kingston selbst hat mir sehr gut gefallen! Vormittags haben wir zunächst Fort Henry besucht, eine Festung am Rideau Canal, die ab 1812 – als dieser Teil Kanadas noch unter britischer Flagge stand – sowohl die Hauptstadt selbst als auch den Seeweg zwischen Ottawa und Montreal vor einem amerikanischen Übergriff beschützen sollte. Die Führung durch die Festung war insbesondere deshalb interessant und sehr unterhaltsam, weil sie wie ein kleines Theaterstück inszeniert wurde. Alle Akteure, die wir an diesem Vormittag sahen, hatten ihre eigene kleine Rolle zu spielen, trugen die entsprechenden Uniformen und Requisiten und so fühlte man sich fast ein bißchen nach damals versetzt. In Kingston selbst besuchten wir dann nachmittags den Campus der Queen’s University, der 1841 eröffnet und vor Kurzem erst frisch saniert wurde! Ein unglaublich schöner Campus – vermutlich der schönste Universitäts-Campus, den ich bisher gesehen habe (Harvard eingeschlossen)! Anschließend besuchten wir dann noch eine Kunst-/Handwerks-Ausstellung mit Live-Musik im Stadt-Park und nach dem Abendessen beschlossen wir spontan ins Kino zu gehen und uns den Film Jersey Boys (Regie: Clint Eastwood) anzuschauen. Wow! Mein erster Kinobesuch seit etwa einem Jahr! 😀 Und am nächsten Tag (bevor es weiter nach Ottawa ging) stand dann noch ein ganz besonderer Ausflug auf dem Plan: eine Schiffsfahrt durch die Thousand Islands (“Tausend Inseln”) – blöderweise hatte ich meinen Foto an diesem Tag im Auto liegen lassen und so kann ich euch leider keine Fotos von dieser beeindruckenden Szenerie zeigen…

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