Von Guatemala nach Mexiko

Nach einem weiteren Tag in Lanquin ging’s dann weiter nach Flores. Will schaute sich von dort aus die Maya-Ruinen in Tikal an. Für mich sollte es lediglich eine Zwischenstation auf dem Weg nach Mexiko sein. Da es im Hostel jedoch ziemlich nett war und es dort die Möglichkeit gab, die WM-Spiele live zu sehen, beschloss ich einen weiteren Tag zu bleiben, sodass ich das Deutschlandspiel am Montagmorgen, 10 Uhr sehen konnte. :-) Eine Fußball-Euphorie, wie es sie üblicherweise in Deutschland gibt oder wie man sie momentan vielleicht in Südamerika erlebt, herrscht hier zwar nicht (die Mittelamerikaner legen tatsächlich viel Wert darauf, dass sie keine Südamerikaner sind!) und sowas wie Public-Viewing hab ich auch noch nicht entdeckt, aber es ist schon ziemlich cool, die Spiele mit so vielen verschiedenen Nationalitäten gemeinsam zu erleben. So hab ich das England-Italien-Spiel beispielsweise mit jeweils zwei Englängern und zwei Italienern gesehen; das USA-Ghana-Spiel mit Australiern, Amerikanern, Holländern, … und weil alle (!) sicher waren, dass Ghana gewinnt hab ich am Ende den ganzen Pott gewonnen… (dachte als Deutsche vertrau ich mal auf den Deutschen Trainer… auch wenn das Ergebnis vielleicht nicht ganz die Kräfteverhältnisse des Spiels wiedergespiegelt hat… 😉 ); das Mexiko-Brasilien-Spiel hab ich in Belize City mit vier Frauen aus Belize geschaut, die aber sowas von bei der Sache waren… 😀 ; das Australien-Holland-Spiel hab ich gestern zusammen mit acht Australiern geschaut… und naja… das Deutschland-Spiel… da haben Marie und ich uns den besten Platz gesichert und irgendwann waren auch noch jede Menge anderer Leute da. Während der ersten Halbzeit saß glaub ich sogar ein Portugiese neben mir… der hat dann aber irgendwann (verständlicherweise) aufgegeben… Ist auf jeden Fall interessant so eine WM mal woanders zu erleben… nur schade, dass ich dieses Mal, wo wir doch endlich Weltmeister werden (…) nicht in Deutschland bin. Aber gut, wenn das der Preis ist, ist das wohl verschmerzbar… *g* Mittlerweile versteh ich auch ein bißchen die spanischen Kommentatoren (wenn auch nur bruchstückhaft… keine Ahnung, wie die zwischendurch überhaupt atmen…), aber gestern beim Spanien-Chile-Spiel hat einer gesagt “La selección de Espana es la decepción de Espana!” und ich musste spontan grinsen… Das Wortspiel funktioniert leider auf Deutsch nicht so gut. Aber es sagt so viel wie “Die spanische Auswahl (Mannschaft) ist die spanische Enttäuschung.”

So, genug vom Fußball! Wills und meine Wege trennten sich also wie geplant in Flores und auch wenn es eine nette Woche war, hab ich mich zwischendurch doch öfter mal gefragt, wie er wohl so in seinem Leben zurecht kommt, wenn er niemanden an seiner Seite hat, der alles für ihn regelt… :-) Während er also zurück nach Guatemala City fuhr, bin ich über Belize City nach Mexiko, genauer gesagt nach Tulum gereist. Tulum ist vorallem für seine Maya-Ruinen in unmittelbarer Strandnähe bekannt und davon abgesehen auch für die wunderschönen Strände, die hier zu finden sind. Zusammen mit Josh, einem Australier, den ich im Hostel Weary Traveler kennengelernt habe, hab ich dann am Mittwoch die Ruinen besucht. Und obwohl ich nun ja schon einige Maya-Stätten besichtigt hatte, war ich total beeindruckt. Denn durch die Nähe zum Strand ist die Atmosphäre hier eine ganze andere. Vielleicht transportieren die Bilder das ja ein bißchen, denn erklären kann ich’s leider nicht so richtig. Es ist auf jeden Fall wirklich schön hier! Die Strände stechen durch ihren pulverigen weißen Sand wirklich hervor und auch der Ort an sich ist ganz nett. Es gibt jede Menge kleine Läden, viele Restaurants und Bars und endlich gibt es auch wieder was anderes zu essen als Reis und Bohnen… 😀 Davon abgesehen hat sich die Zeitverschiebung nach Deutschland mit meinem Grenzübertritt nach Mexiko wieder auf 7 Stunden verringert. Allerdings muss ich auch zugeben, dass sich die Stechmücken-Situation seit Beginn der Regenzeit dramatisch verschlechtert hat und mich das anfängt ein bißchen zu nerven. Davon abgesehen ist die Luftfeuchtigkeit seit ein paar Wochen so hoch, dass Kleidung nicht mehr wirklich trocknet. Auch das Paradies hat wohl seine Schattenseiten… 😉

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One thought on “Von Guatemala nach Mexiko

  1. […] gibt’s eigentlich nicht zu sagen… Außer vielleicht einem Verweis auf meine Prognose vom 20.06.2014 *lol* und das hier: schön, dass eine Mannschaft gewonnen hat, die auch als […]

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