Monthly Archives: Juni 2014

Der Wind bläst Richtung Norden

Als ich mich Ende Mai entschieden hatte, nochmal zurück nach Mittelamerika zu reisen, hatte ich zwar einige Orte im Kopf, die ich gern noch sehen/besuchen wollte; eine konkrete Route gab es jedoch nicht. Und ich hatte auch damals schon gesagt “mal sehen, wohin der Wind mich bläst”. Es hat sich nun gezeigt… nachdem ich an allen Orten auf meiner Liste war… der Wind bläst Richtung Norden… Am letzten Wochenende bin ich nämlich von Cancun aus nach Toronto (Kanada) geflogen, um hier – sozusagen auf dem Rückweg nach Deutschland – Leute zu besuchen, die ich auf meiner Reise durch Belize kennengelernt habe. :-)

Ab Mittwoch werden wir für gut zwei Wochen gemeinsam einen kleinen Roadtrip in Richtung Osten unternehmen und die Thousand Islands, Kingston, Ottowa, Montreal und Quebec besichtigen. Je nachdem, wie uns die Zeit reicht, kommen wir vielleicht auch noch ein bißchen weiter. Mal sehen. In den vergangenen Tagen haben wir jedenfalls schon kräftig Toronto selbst erkundet. Das Wetter war ganz ausgezeichnet und wir sind sicherlich gute 10km durch die Stadt gewandert; vorbei am St. Lawrence Markt, zum Sandy Beach, mit einer Fähre zur Toronto Insel, zum CN-Turm und abends war ich sogar in einer Comedy-/Improtheater-Show des berühmten Second-City Ensembles (und soweit ich das beurteilen kann hab ich tatsächlich die meisten Witze verstanden)! Wie die Bilder zeigen, hab ich nun endlich auch mal wieder Nudeln gegessen – eine durchaus willkommende Abwechslung zu Reis mit Bohnen. 😉

 

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Von Guatemala nach Mexiko

Nach einem weiteren Tag in Lanquin ging’s dann weiter nach Flores. Will schaute sich von dort aus die Maya-Ruinen in Tikal an. Für mich sollte es lediglich eine Zwischenstation auf dem Weg nach Mexiko sein. Da es im Hostel jedoch ziemlich nett war und es dort die Möglichkeit gab, die WM-Spiele live zu sehen, beschloss ich einen weiteren Tag zu bleiben, sodass ich das Deutschlandspiel am Montagmorgen, 10 Uhr sehen konnte. :-) Eine Fußball-Euphorie, wie es sie üblicherweise in Deutschland gibt oder wie man sie momentan vielleicht in Südamerika erlebt, herrscht hier zwar nicht (die Mittelamerikaner legen tatsächlich viel Wert darauf, dass sie keine Südamerikaner sind!) und sowas wie Public-Viewing hab ich auch noch nicht entdeckt, aber es ist schon ziemlich cool, die Spiele mit so vielen verschiedenen Nationalitäten gemeinsam zu erleben. So hab ich das England-Italien-Spiel beispielsweise mit jeweils zwei Englängern und zwei Italienern gesehen; das USA-Ghana-Spiel mit Australiern, Amerikanern, Holländern, … und weil alle (!) sicher waren, dass Ghana gewinnt hab ich am Ende den ganzen Pott gewonnen… (dachte als Deutsche vertrau ich mal auf den Deutschen Trainer… auch wenn das Ergebnis vielleicht nicht ganz die Kräfteverhältnisse des Spiels wiedergespiegelt hat… 😉 ); das Mexiko-Brasilien-Spiel hab ich in Belize City mit vier Frauen aus Belize geschaut, die aber sowas von bei der Sache waren… 😀 ; das Australien-Holland-Spiel hab ich gestern zusammen mit acht Australiern geschaut… und naja… das Deutschland-Spiel… da haben Marie und ich uns den besten Platz gesichert und irgendwann waren auch noch jede Menge anderer Leute da. Während der ersten Halbzeit saß glaub ich sogar ein Portugiese neben mir… der hat dann aber irgendwann (verständlicherweise) aufgegeben… Ist auf jeden Fall interessant so eine WM mal woanders zu erleben… nur schade, dass ich dieses Mal, wo wir doch endlich Weltmeister werden (…) nicht in Deutschland bin. Aber gut, wenn das der Preis ist, ist das wohl verschmerzbar… *g* Mittlerweile versteh ich auch ein bißchen die spanischen Kommentatoren (wenn auch nur bruchstückhaft… keine Ahnung, wie die zwischendurch überhaupt atmen…), aber gestern beim Spanien-Chile-Spiel hat einer gesagt “La selección de Espana es la decepción de Espana!” und ich musste spontan grinsen… Das Wortspiel funktioniert leider auf Deutsch nicht so gut. Aber es sagt so viel wie “Die spanische Auswahl (Mannschaft) ist die spanische Enttäuschung.”

So, genug vom Fußball! Wills und meine Wege trennten sich also wie geplant in Flores und auch wenn es eine nette Woche war, hab ich mich zwischendurch doch öfter mal gefragt, wie er wohl so in seinem Leben zurecht kommt, wenn er niemanden an seiner Seite hat, der alles für ihn regelt… :-) Während er also zurück nach Guatemala City fuhr, bin ich über Belize City nach Mexiko, genauer gesagt nach Tulum gereist. Tulum ist vorallem für seine Maya-Ruinen in unmittelbarer Strandnähe bekannt und davon abgesehen auch für die wunderschönen Strände, die hier zu finden sind. Zusammen mit Josh, einem Australier, den ich im Hostel Weary Traveler kennengelernt habe, hab ich dann am Mittwoch die Ruinen besucht. Und obwohl ich nun ja schon einige Maya-Stätten besichtigt hatte, war ich total beeindruckt. Denn durch die Nähe zum Strand ist die Atmosphäre hier eine ganze andere. Vielleicht transportieren die Bilder das ja ein bißchen, denn erklären kann ich’s leider nicht so richtig. Es ist auf jeden Fall wirklich schön hier! Die Strände stechen durch ihren pulverigen weißen Sand wirklich hervor und auch der Ort an sich ist ganz nett. Es gibt jede Menge kleine Läden, viele Restaurants und Bars und endlich gibt es auch wieder was anderes zu essen als Reis und Bohnen… 😀 Davon abgesehen hat sich die Zeitverschiebung nach Deutschland mit meinem Grenzübertritt nach Mexiko wieder auf 7 Stunden verringert. Allerdings muss ich auch zugeben, dass sich die Stechmücken-Situation seit Beginn der Regenzeit dramatisch verschlechtert hat und mich das anfängt ein bißchen zu nerven. Davon abgesehen ist die Luftfeuchtigkeit seit ein paar Wochen so hoch, dass Kleidung nicht mehr wirklich trocknet. Auch das Paradies hat wohl seine Schattenseiten… 😉

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Semuc Champey

Wenn es nach meiner Abreise im Mai einen Ort in Mittelamerika gab, den ich noch unbedingt sehen wollte, dann war es Semuc Champey. Und genau dorthin machten wir uns am Donnerstagnachmittag auf den Weg. :-) Da es dorthin von Río Dulce aus leider keine (halbwegs) direkte Anbindung mit öffentlichen Bussen gibt (wir hätten zuerst in Richtung Süden nach Guatemala City fahren müssen und dann von dort aus wieder “zurück” Richtung Norden nach Lanquin), entschieden wir uns für einen direkten Shuttle, der fünf Stunden brauchte. Und nachdem ich nun ja doch schon einige Busfahrten hinter mich gebracht habe, muss ich sagen: diese Fahrt war mit Abstand die bisher holprigste! Will und ich waren glücklicherweise die einzigen beiden im Bus, sodass wir beide viel Platz hatten. Allerdings wurde die Straße nach etwa 2 Stunden so schlecht, dass es uns regelmäßig aus dem Sitz lupfte und wir ein paarmal sogar mit dem Kopf gegen das Busdach stießen…

Gegen 20Uhr kamen wir dann ziemlich müde in Lanquin an, dem Ort, in dem sich unser Hostel El Retiro befand. Die gesamte Anlage ist ziemlich groß und wirklich schön. Das Hostel ist direkt an einem Fluß gelegen und es gibt verschiedene Cabanas mit unterschiedlicher Bettenanzahl sowie einige Gemeinschaftsräume /-flächen mit Hängematten, Billard-Tisch, Spielen, Fernseher (um Fußball zu schauen) und Vielem mehr.

Am nächsten Morgen machten wir uns dann zusammen mit sieben anderen aus dem Hostel und einem Führer auf den Weg ins 10km entfernte Semuc Champey. Auf dem Weg dorthin besuchten wir zunächst eine wassergefüllte Höhle, die wir in Badesachen und mit einer Kerze ausgerüstet begingen. Im Gegensatz zu den anderen Höhlen, die ich bisher besucht habe war dieser Besuch nicht wirklich anstrengend; nett war es natürlich trotzdem. :-) Anschließend durften wir dann von einer Riesenschaukel aus in einen Fluß springen, auf dem wir nach einer kurzen Pause sogenanntes Tubing machten; das heißt sich in Riesenluftreifen liegend den Fluß hinabtreiben lassen. Leider habe ich aus der Höhle keine Fotos, da meine Kamera nicht wasserdicht ist…


Als letztes Ziel stand dann tatsächlich Semuc Champey auf dem Plan. Zunächst stiegen wir in etwa 30 Minuten einen ziemlich anstrengenden Weg zu einem Aussichtspunkt hinauf, von dem aus man die verschiedenen ineinander übergehenden Wasserbecken wunderbar erblicken kann. Die Aussicht war wirklich atemberaubend und wunderschön! Definitiv einer der beeindruckendsten Orte, den ich auf dieser Reise besucht habe! Anschließend stiegen wir einen anderen Weg hinab und badeten schließlich in den verschiedenen Becken. Unser Führer zeigte uns dann wie man von jeweils einem in das nächste Becken kommt. Manchmal konnte man rutschen, manchmal musste man springen und einmal schwammen wir sogar durch eine kleine Höhle zum nächsten Becken! Es war wirklich ein ganz wunderbarer Tag und wenn man in Guatemala ist, sollte man Semuc Champey auf jeden Fall in seine Route einplanen; auch wenn es praktisch im Nirgendwo liegt und man eine Weile braucht, um dorthin zu kommen…

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Nach Süden in Richtung Guatemala

Mittlerweile sind wohl die meisten Teile Mittelamerikas in der Regenzeit angekommen. Das bedeutet zwar nicht den ganzen Tag Regen; aber auf Caye Caulker war’s die letzten Tage doch ziemlich bewölkt und vorallem sehr windig, sodass man nicht viel mehr machen konnte als in der Hängematte liegen. Und als dann auch noch Yoga dreimal hintereinander ausgefallen ist, weil die Lehrerin krank war und der Wind mir beim Lesen meines Buches die letzte Seite rausgerissen und weggeweht hat (…), beschloss ich, endlich weiterzureisen. :-)

Zusammen mit Will, einem Amerikaner aus Washington State, machte ich mich am Sonntag also auf den Weg nach Punta Gorda, eine kleine Stadt mit etwa 5200 Einwohnern ganz im Süden von Belize, um letztlich zurück nach Guatemala zu reisen. Als Will und ich uns am Strand kennenlernten (er hatte den schlimmsten Sonnenbrand, den ich jemals gesehen habe!!!), erzählte er mir, was er gern noch alles in Guatemala sehen würde und dass sein verbleibendes Zeitfenster leider zu kurz dafür sei. Da sich seine Ziele jedoch weitgehend mit meinen nächsten Zielen deckten und ich sicher war, dass man das bis zum 18. Juni (dann fliegt er von Guatemala City aus zurück in die USA) alles machen kann, beschloss er, sich mir anzuschließen und so verbrachten wir zunächst fast einen ganzen Tag (6.5 Stunden) in einem öffentlichen Bus, um von Belize City aus gen Süden nach Punta Gorda zu fahren. Nachdem wir das kleine Städtchen erkundet hatten, hatten wir in Gomier’s Restaurant ein wirklich ganz ausgezeichnetes traditionelles Essen, zubereitet von einem etwa 70jährigen Einheimischen, den man so schnell nicht vergisst! :-) Am nächsten Morgen ging es dann mit einem kleinen Boot in etwa einer Stunde weiter nach Livingston in Guatemala: so ziemlich die unkomplizierteste Möglichkeit, die Grenze nach Guatemala zu überqueren, die ich bisher erlebt habe (und ehrlich gesagt waren die anderen schon sehr unkompliziert…). Und siehe da, in Guatemala angekommen, schien plötzlich auch wieder die Sonne! Die Regenzeit macht sich hier anscheinend hauptsächlich in Form einer extrem hohen Luftfeuchtigkeit bemerkbar… Sobald man zwei Schritte macht, hat man das Gefühl jemand hätte einem gerade einen Eimer Wasser über geleert…

Den Tag in Livingston verbrachten wir dann zusammen mit Camaron und William, einem Neuseeländer und einem Australier, die wir auf der Bootsfahrt kennengelernt hatten und die im selben Hostel Casa de la Iguana übernachteten. Nach einer kurzen Erkundungstour durch Livingston, wanderten wir gemeinsam zu den etwa 5km entfernten Siete Altares (Sieben Altare), eine wunderschöne Abfolge von Frischwasserfällen und -becken. Dort angekommen, genossen wir das erfrischend kühle Wasser und wanderten nach gut einer Stunde wieder zurück zum Hostel.

Am nächsten Morgen nahmen wir dann zusammen mit Camaron und William ein Boot, das uns zu unserem nächsten Ziel brachte: der kleinen Stadt Río Dulce. Auf dem Weg dorthin durchquerten wir den gleichnamigen Fluss und passierten die steil-wandigen Feldschluchten Cueva de la Vaca sowie einen Teil des Flusses, der über und über von Seerosen bedeckt ist. In Río Dulce angekommen, entschieden wir uns dann mit einem Bus zur etwa 1 Stunde entfernten Finca El Paraíso zu fahren. Auf dem Gelände der weitläufigen Farm befindet sich inmitten des Urwaldes nämlich ein wunderschöner, etwa 12 Meter hoher Wasserfall, der einer heißen Quelle entspringt und in ein klares, jedoch kühles Becken fällt. Für nur 10 Quetzales (~1 Euro) kann man dort in den heißen Quellen baden, im kühlen Wasser schwimmen oder auch den Wasserfall hinunterspringen!

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Zurück auf Caye Caulker

Seit dem späten Mittwochnachmittag bin ich also wieder zurück auf Caye Caulker (Belize)! Und die Insel begrüßte mich gleich mit einem wunderbaren Sonnenuntergang. Für mindestens eine Woche werde ich nun im Hostel Yumas House bleiben, um mir Gedanken darüber zu machen, wie und wo ich die nächsten Wochen verbringen werde. Und zwischendrin werd ich ein bißchen baden, schnorcheln, in der Sonne liegen und zum Yoga gehen (abwechselnd bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang). :-)

Ach, und dann wollte ich noch DANKE sagen, dass ihr alle die Entscheidung, dass ich nun länger bleiben werde, so positiv aufgenommen habt, auch wenn das für die meisten heißt, dass wir uns nun doch noch eine ganze Weile nicht sehen werden! Hab mich wirklich sehr über die vielen “Hey, find ich cool, dass du das machst!“-emails gefreut! :-)

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