San Ignacio

Von Tikal aus ging’s dann zurück nach Belize; genauer gesagt nach San Ignacio, wo die nächsten Abenteuer auf uns warteten. An den ersten beiden Tagen dort teilte sich die Gruppe auf und jeder unternahm Touren nach seinem Geschmack. Ich entschied mich zunächst zusammen mit Graham, Heike und Vanja eine Iguana-Aufzuchtstation zu besuchen. Da diese Tiere in Belize und Guatemala als Delikatesse gelten und lange Zeit gejagt wurden, ist es mittlerweile leider notwendig sie zu schützen. Während des Besuchs bekamen wir nicht nur viele Erklärungen zur Lebensart der vegetarisch lebenden Tiere, sondern durften auch einige halten! Während die größeren ziemlich unbeeindruckt auf dem Arm sitzen blieben, waren die Babys ziemlich flink und kletterten ruck zuck an einem hoch, wenn man nicht aufpasste…

Am nächsten Tag besuchten Graham, Corina, Heike und ich dann die Crystal Cave; eine Höhle, die etwa eine Stunde von San Ignacio entfernt ist. Mit der Hilfe von zwei Guides und dem entsprechenden Material machten wir uns bereits am frühen Morgen gegen 7.30 Uhr auf den Weg. Nach einer guten Stunde im Auto und einer etwa 45-minütigen Wanderung durch den Wald war es dann soweit: der Höhleneingang lag uns zu Füßen und das nächste Abenteuer begann. Die Schwierigkeit der Tour war mit 7 von 10 Punkten angegeben und es stellte sich bald heraus, dass dies durchaus berechtigt war. Denn obwohl die Höhle trocken ist, ist die Luftfeuchtigkeit dort so hoch, dass man seinen eigenen Dunst quasi verdampfen sehen kann. Viele Felsen sind daher rutschig und matschig und man muss darauf achten, dass man genügend Flüssigkeit während der Tour zu sich nimmt! Fotos der anderen Teilnehmer (die ich momentan leider noch nicht habe – und daher hier nicht zeigen kann) belegen übrigens, dass wir alle wie kleine (oder große?) Ferkel aussahen als wir die Höhle verließen. Meine Schuhe sind sogar jetzt noch schmutzig… 😀 Es war also wirklich matschig! 😀 Neben dem eigentlichen Abenteuer-Faktor gab es aber auch jede Menge Wissenswertes über die Bedeutung von Höhlen in der Maya-Kultur zu erfahren. Da Höhlen als Verbindung der Unterwelt (über die Wurzeln, Stämme und Äste von Bäumen) zum Himmel galten, sahen wir während der Höhlentour einige Hinweise auf Bräuche und Riten früherer Maya-Stämme und erfuhren allerlei Wissenswertes. Alles in Allem war die Höhlentour eine lustige, aber auch anstrengende Herausforderung, die sich in jedem Fall gelohnt hat! Ein besonderes Highlight war dabei der Besuch von Wonderland, dem tiefsten Teil der Höhle, der etwa 250 Meter unter der Erdoberfläche liegt und – wie der Name bereits vermuten lässt – jede Menge atemberaubende Ausblicke bietet. Leider war meine Kamera nicht gut genug, um viele aussagekräftige Bilder in der Höhle zu machen. Ihr müsst euch also mit ein paar wenigen begnügen. Und als Beweis, dass ich wirklich da war, gibt’s ein Ines-Expeditions-Geburtstagsfoto, das ich extra für Jörn gemacht hatte. Marie befindet sich zu diesem Zeitpunkt übrigens (total matschig!) im Rucksack, weil wir ab einem gewissen Zeitpunkt Sorge hatten, sie in einer der Felsschluchten zu verlieren. 😉

Nach den beiden “Individualtagen” begann dann endlich die lang-ersehnte geführte mehrtägige Kanutour auf dem Belize-River! Und es war – wie erhofft – ganz wunderbar! Tagsüber waren wir in Dreier-Kanus unterwegs (ich teilte ein Kanu mit Max und Drew), badeten im Fluss, sahen Brüllaffen, Iguanas und jede Menge Vögel und gegen späten Nachmittag schlugen wir jeweils unser (Zelt-)Lager nahe des Flussufers hangaufwärts auf und verbrachten die Abende bei Lagerfeuer und mit einem guten Schluck Rum! Es waren wirklich schöne Tage; lediglich die Moskitos hätten wir nicht gebraucht…

Tagged

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


eins × 3 =

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>