El Salvador

Zusammen mit Chen, einer Chinesin, die ich bereits vor Ostern in Antigua kennengelernt hatte, bin ich am letzten Donnerstagmorgen in aller Frühe aufgebrochen, um mit öffentlichen Bussen nach El Salvador zu reisen. Zunächst sind wir von Antigua nach Escuintla gefahren, um dort dann in einen Bus umzusteigen, der uns direkt zur Grenze bei Ciudad Pedro de Alvarado / La Hachadura brachte. Die Fahrt dauerte insgesamt etwa 3 Stunden und da wir keine große Wartezeit beim Umsteigen hatten, waren wir bereits gegen 9.30 Uhr an der Grenze zu El Salvador. Der Grenzübergang an sich war für mich wieder ganz unkompliziert und rückblickend muss ich sagen, dass die Grenzbeamten in El Salvador bisher die freundlichsten und zudem die einzigen waren, die kein Geld wollten. :-) Für Chen war es ein bißchen langwieriger, da sie für das Bereisen der meisten Länder ein Vorab-Visum bei der jeweiligen Botschaft einholen muss und das Überprüfen dieser Visa an der Grenze dann anscheinend besonders lang dauert. Dadurch ist mir auf jeden Fall mal wieder bewusst geworden wie “priviligiert” man als Deutscher (oder allgemein Europäer) doch reisen kann!

Nach der Grenzüberquerung sind wir dann weitergefahren nach Sonsonate und dort ein letztes Mal umgestiegen, um nach etwa 4 Stunden an unser eigentliches Ziel Juayua, einen kleinen Ort an der Ruta de Flores, zu gelangen. In Copan Ruinas in Honduras hatte ich einen sehr ansprechenden Aushang für das dortige Hostel Casa Mazeta gesehen und da ich wegen der bekannten Food-Märkte an der Ruta de Flores am Wochenende sowie dorthin wollte, hab ich also beschlossen, ein Bett in diesem Hostel zu reservieren und Chen kurzerhand überzeugt mitzukommen. Und tatsächlich ist es eine der schönsten und gemütlichsten Unterkünfte, in denen ich bisher übernachtet habe: ein wunderschöner und urgemütlicher Gemeinschaftsbereich mit einer riesengroßen Küche, ein top-gepflegter Garten mit Hängematten, Bänken, Brunnen und eines der geräumigsten und modernsten Bäder, die ich je in einem Hostel gesehen habe – den Duschkopf sollte man allerdings nicht anfassen, da man aufgrund der elektrischen Verdrahtung sonst eine gewischt bekommt… 😀

Und da die Unterkunft so nett war, haben wir dort auch gleich sehr nette andere Backpacker getroffen: drei Amerikaner (Bill, Rash und Seth), einen Briten (Patrick) und einen Deutschen (Simon). Davon abgesehen waren die Betreiber des Hostels auch super-nett und extrem hilfsbereit! Am Freitag sind Chen, Patrick und ich zusammen zu einer geführten und vom Hostel organisierten Sieben-Wasserfälle-Tour aufgebrochen. Die Tour dauerte insgesamt etwa 6 Stunden und führte uns durch jede Menge Wald und wie sich herausstellte nicht nur zu verschiedenen Wasserfällen, sondern auch einen Wasserfall hinab! Mit Sicherungsmaterial, das der Führer dabei hatte, seilten wir uns also am vierten Wasserfall einer nach dem anderen etwa 40 Meter ab… 😀 Und im letzten Wasserfall durften wir dann – zur Belohnung – sogar noch ein bißchen schwimmen. Insgesamt auf jeden Fall eine empfehlenswerte Tour!

Am Samstag(vor)mittag besuchten wir dann alle zusammen den Food-Markt und das angebotene Essen sah nicht nur extrem lecker aus, sondern war auch sehr sehr gut! Da Patrick nachmittags jedoch zurück nach Santa Ana fahren musste (er traf sich dort mit einem Freund und hatte die meisten seiner Sachen dort im Hostel Casa Verde gelassen) und Simon auch dorthin wollte (und wir uns alle so gut verstanden), beschloss ich also mit den beiden nach Santa Ana zu fahren. Nur Chen konnte leider nicht mitkommen, da sie sonntags nach San Salvador reisen wollte, um sich montags um weitere Visa zu kümmern. Obwohl ich letztlich nicht viel Zeit in Santa Ana verbracht habe, hat es mir auch dort gut gefallen. Die Kathedrale ist beeindruckend und gehört definitv zu den schönsten Kirchen, die ich bisher in Zentral-Amerika gesehen habe! Leider hatte ich meinen Foto beim abendlichen Spaziergang vergessen, sodass ich keine Bilder machen konnte. Da es nach dem Abendessen allerdings überraschend anfing sturzbachartig zu regnen (begleitet von einem immensen Gewitter!) und sich manche Straßen tatsächlich in kleine Flüsse verwandelten, war das vielleicht gar nicht so schlecht… In jedem Fall hatten wir eine Menge Spaß und ich war ziemlich traurig, dass ich am Montag schon wieder zurück nach Guatemala fahren musste. Blöderweise hatte ich nämlich um Ostern rum bereits eine Fahrt von Antigua aus zu den Bay Islands (Honduras) gebucht, da ich dort unbedingt Schnorcheln gehen wollte…

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2 thoughts on “El Salvador

  1. Thomas aus dem Wald sagt:

    Hallo Ines,
    ohne Gurt, nur mit bloßen Händen am Seil und dann womöglich noch Marie im Rucksack. Das ist unverantwortlich! Kann Marie überhaupt schwimmen?
    Es grüßt
    Euch
    Thomas
    aus dem Wald

  2. Ines Veile sagt:

    Hallo Thomas,
    na klar, kann Marie schwimmen! 😀
    Und was den Rest angeht: der Guide ist den Wasserfall ohne Sicherung in Croks hoch- und runtergelaufen… Ein bißchen muss man sich hier schon auf die lokalen Gepflogenheiten einlassen und den Leuten vertrauen, die einen durch’s Terrain führen. Die wissen meist ziemlich genau was sie machen. 😉
    Es war wirklich ein ziemlich cooler Ausflug! :-)
    Liebe Grüße von den Abenteuerlustigen,
    Marie und Ines

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