Monthly Archives: Mai 2014

Kaum zu glauben, wie schnell die Zeit vergeht…

Kaum zu glauben, wie schnell die Zeit vergeht…. Am Montag letzte Woche war es plötzlich schon soweit: meine Mittelamerika-Reise war zu Ende. :-( Um 11.10 Uhr ging mein Flug von Belize City aus über Houston (Texas, USA) nach Boston (Massachusettes, USA), wo ich geplant hatte – sozuagen auf meinem Rückweg nach Deutschland – noch Verwandte für gut eine Woche zu besuchen. Da diese nicht direkt in Boston wohnen, sondern gut zwei Stunden entfernt in New Hampshire, fuhr ich im Anschluss an den Flug noch mit einem ziemlich komfortablen Fernbus vom Flughafen aus nach Dover und wurde dort gegen 1 Uhr am Dienstagmorgen von meiner Großtante und ihrem Mann herzlich in die Arme geschlossen. Natürlich habe ich die (nun auch schon wieder vergangene) Woche mit den beiden sehr genossen, auch wenn das Wetter hier leider nicht so gut war. Die meiste Zeit war es recht kühl (zwischen 10° und 20°C) und es hat auch öfter mal geregnet. Darauf kam es jedoch gar nicht an. Ich hatte ja gar nicht vor, hier groß was zu unternehmen, sondern lediglich die beiden zu besuchen!

Als ich jedoch Montagvormittag in Belize City ins Flugzeug gestiegen bin, habe ich mich nicht wirklich wohl bei dem Gedanken gefühlt, “schon” abzureisen und war ziemlich traurig. Ich hatte das Gefühl, einen Teil von mir dort zu lassen und meine Reise fühlte sich alles andere als beendet an. Daher habe ich die ganze Zeit whährend des Flugs und auch an den beiden folgenden Tagen darüber nachgedacht und mit Marie beraten, ob es eine (bezahl- und vertretbare) Möglichkeit gibt, meinen Rückflug zu verschieben und noch etwas länger in Mittelamerika zu bleiben. Und ohne jetzt ins Detail zu gehen, was das ganze Prozedere angeht: ich habe letzte Woche also spontan meinen Flug nach Deutschland storniert und gegen einen Rückflug nach Belize eingetauscht. 😀

Ich nehme an, die wenigsten haben das erwartet (nichtmal ich hatte es schließlich bis vor Kurzem erwartet) und werden überrascht sein. Insbesondere, da ich Belize irgendwie gar nicht so richtig auf dem Schirm hatte. Ich dachte, das sei halt auch noch ein Land in Mittelamerika und ich würde es “am Ende noch mitnehmen”. Wie sich rausgestellt hat lag ich damit jedoch ziemlich falsch. Es ist ein kleines verschlafenes Paradies, das ich noch nicht bereit bin zu verlassen. Ich werde also morgen früh (Mittwochmorgen) von New York aus zurück nach Belize City fliegen (daher werde ich heute über Nacht mit dem Bus von Dover über Boston nach New York fahren…) und dann zunächst noch etwas Zeit auf der Insel Caye Caulker verbringen bevor ich weiter herumreise. Vielleicht zieht es mich auch noch mal nach Guatemala und/oder ich reise weiter nach Mexiko entlang der Yucatan-Halbinsel. So genau kann ich das noch nicht sagen… wherever the wind blows me… 😉

Das mag euch alles vielleicht ein bißchen verrückt erscheinen. Aber hey, es macht mich glücklich und man weiß schließlich nie, wie viel Zeit einem noch bleibt. Marie und ich werden daher nochmal zurückgehen… ganz nach dem Motto Live your life deeply!

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Hopkins & Caye Caulker

Als nächstes Ziel stand Hopkins auf dem Plan, ein kleines verschlafenes Örtchen an der Karibikküste, das gut 1000 Einwohner hat und den Mittelpunkt der Garifuna-Bevölkerung darstellt. Viel zu unternehmen bzw. zu erkunden gibt es dort eigentlich nicht. Im Wesentlichen genießt man den Strand, die Sonne, das Meer, den frischen Fisch und die Vögel, die sich vom Wind treiben lassen. Und genau das haben wir dort gemacht! Das Essen war ganz ausgezeichnet. Und in unseren großzügigen Strandcabanas von Jungle Jeannies wurde man nachts von der Brandung in den Schlaf gewogen, sodass es zwei wirklich entspannte und erholsame Tage waren.

Unser nächstes und letztes gemeinsames Ziel war dann Caye Caulker, eine Insel vor der Karibikküste von Belize, die überall als “Paradies” beworben wird. Unser Reiseleiter wies uns während der Anreise (öffentlicher Bus und Wassertaxi) bereits immer wieder darauf hin, dass auf der Insel eine doch ziemlich entspannte Atmosphäre herrscht und wir vielleicht zwei-drei Tage brauchen würden, um uns daran zu gewöhnen. Da die Insel nicht groß ist, sind die meisten Leute dort zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs. Autos gibt es im Grunde nicht; als Taxis werden Golfwägen benutzt. Außerdem findet man überall den Slogan GO SLOW (“GEH LANGSAM”) und es kommt nicht selten vor, dass Einheimische den Touristen vom Straßenrand aus zurufen “Go slow – otherwise I’ll give you a ticket” (Geh langsam, sonst bekommst du einen Strafzettel!), wenn man nicht im karibisch-entspannten Tempo durch die Straßen schlurft… 😀 Irgendwo hab ich sogar ein Straßenschild entdeckt, das sagt: “Go slow – We have two cemeteries but no hospital” (Geh langsam – wir haben zwei Friedhöfe, aber kein Krankenhaus) – was im Übrigen stimmt…

Es gibt auf Caye Caulker daher nur eine einzige Sache, die man tun muss: sich zu 100% entspannen! Und das ist ehrlich gesagt ziemlich einfach, denn es kommt dem, was sich wohl die meisten Menschen unter “Paradies” vorstellen, schon ziemlich nahe… Man liegt in der Sonne, kühlt sich im klaren, türkis-blauen, 28-30°C warmen Wasser ab, man geht schnorcheln oder tauchen, trinkt ein Bier, einen Saft oder ein Rumgetränk, quatscht ein bißchen mit den Leuten um einen rum und abends geht man zum Strand und bekommt dort das absolut frischeste und köstlichste Seafood (Fisch, Shrimp, Muscheln, etc), das es überhaupt nur geben kann. Verteilt über die Tage dort habe ich Red Snapper, Barrakuda, Zackenbarsch, Schneckenmuschel und Shrimp (immer vom Kohlegrill) gegessen und es war wirklich ausgezeichnet! :-)

Natürlich waren wir auch mal schnorcheln. Sogar mehrfach. Einen Tag waren wir beispielsweise den ganzen Tag mit einem Segelboot unterwegs und hatten die Möglichkeit an verschiedenen Punkten des Belize Barrier Reef mit einem Guide ins Wasser zu gehen. Und was wir sahen, war wirklich beeindruckend! Wir schnorchelten mit Ammenhaien, Stachelrochen, Riesenschildkröten, Aalen und jede Menge anderer Meerestiere. Es gab sogar Palettendoktorfische (Dorie aus Findet Nemo ist beispielweise so ein Fisch), die tatsächlich so vergesslich sind, wie der Film vorgibt… 😀 Ein anderes Mal war ich dann mit Cathryn, Heike und Nicole Nachtschnorcheln. Zusammen mit einem Guide fuhren wir dazu bei Sonnenuntergang auf’s Meer hinaus und gingen mit Taschenlampen ins Meer, sobald es dunkel war. Diesmal sahen wir ganz und gar andere Meeresbewohner wie etwa Hummer, Tintenfische und fluoreszierende Korallen, aber auch Schildkröten und Regenbogenfische.

Die vier Tage auf Caye Caulker im Rahmen der Tour vergingen wie im Flug und so hieß es bald schon Abschiednehmen von unserem Reiseleiter und den meisten anderen Reisenden aus der Gruppe, da sie Belize wieder in Richtung Heimat verlassen mussten. Drew, Max, Cathryn, Matthias und Nicole blieben – wie ich – jedoch noch einige weitere Tage, sodass wir die Möglichkeit hatten, die Insel noch etwas länger gemeinsam zu genießen. Und auch wenn wir einen Regentag in Kauf nehmen mussten, so lohnte sich die Ausdauer im Warten doch in jedem Fall für atemberaubende Sonnenuntergänge und weitere Sonnen-/Meerstunden in guter Gesellschaft!

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San Ignacio

Von Tikal aus ging’s dann zurück nach Belize; genauer gesagt nach San Ignacio, wo die nächsten Abenteuer auf uns warteten. An den ersten beiden Tagen dort teilte sich die Gruppe auf und jeder unternahm Touren nach seinem Geschmack. Ich entschied mich zunächst zusammen mit Graham, Heike und Vanja eine Iguana-Aufzuchtstation zu besuchen. Da diese Tiere in Belize und Guatemala als Delikatesse gelten und lange Zeit gejagt wurden, ist es mittlerweile leider notwendig sie zu schützen. Während des Besuchs bekamen wir nicht nur viele Erklärungen zur Lebensart der vegetarisch lebenden Tiere, sondern durften auch einige halten! Während die größeren ziemlich unbeeindruckt auf dem Arm sitzen blieben, waren die Babys ziemlich flink und kletterten ruck zuck an einem hoch, wenn man nicht aufpasste…

Am nächsten Tag besuchten Graham, Corina, Heike und ich dann die Crystal Cave; eine Höhle, die etwa eine Stunde von San Ignacio entfernt ist. Mit der Hilfe von zwei Guides und dem entsprechenden Material machten wir uns bereits am frühen Morgen gegen 7.30 Uhr auf den Weg. Nach einer guten Stunde im Auto und einer etwa 45-minütigen Wanderung durch den Wald war es dann soweit: der Höhleneingang lag uns zu Füßen und das nächste Abenteuer begann. Die Schwierigkeit der Tour war mit 7 von 10 Punkten angegeben und es stellte sich bald heraus, dass dies durchaus berechtigt war. Denn obwohl die Höhle trocken ist, ist die Luftfeuchtigkeit dort so hoch, dass man seinen eigenen Dunst quasi verdampfen sehen kann. Viele Felsen sind daher rutschig und matschig und man muss darauf achten, dass man genügend Flüssigkeit während der Tour zu sich nimmt! Fotos der anderen Teilnehmer (die ich momentan leider noch nicht habe – und daher hier nicht zeigen kann) belegen übrigens, dass wir alle wie kleine (oder große?) Ferkel aussahen als wir die Höhle verließen. Meine Schuhe sind sogar jetzt noch schmutzig… 😀 Es war also wirklich matschig! 😀 Neben dem eigentlichen Abenteuer-Faktor gab es aber auch jede Menge Wissenswertes über die Bedeutung von Höhlen in der Maya-Kultur zu erfahren. Da Höhlen als Verbindung der Unterwelt (über die Wurzeln, Stämme und Äste von Bäumen) zum Himmel galten, sahen wir während der Höhlentour einige Hinweise auf Bräuche und Riten früherer Maya-Stämme und erfuhren allerlei Wissenswertes. Alles in Allem war die Höhlentour eine lustige, aber auch anstrengende Herausforderung, die sich in jedem Fall gelohnt hat! Ein besonderes Highlight war dabei der Besuch von Wonderland, dem tiefsten Teil der Höhle, der etwa 250 Meter unter der Erdoberfläche liegt und – wie der Name bereits vermuten lässt – jede Menge atemberaubende Ausblicke bietet. Leider war meine Kamera nicht gut genug, um viele aussagekräftige Bilder in der Höhle zu machen. Ihr müsst euch also mit ein paar wenigen begnügen. Und als Beweis, dass ich wirklich da war, gibt’s ein Ines-Expeditions-Geburtstagsfoto, das ich extra für Jörn gemacht hatte. Marie befindet sich zu diesem Zeitpunkt übrigens (total matschig!) im Rucksack, weil wir ab einem gewissen Zeitpunkt Sorge hatten, sie in einer der Felsschluchten zu verlieren. 😉

Nach den beiden “Individualtagen” begann dann endlich die lang-ersehnte geführte mehrtägige Kanutour auf dem Belize-River! Und es war – wie erhofft – ganz wunderbar! Tagsüber waren wir in Dreier-Kanus unterwegs (ich teilte ein Kanu mit Max und Drew), badeten im Fluss, sahen Brüllaffen, Iguanas und jede Menge Vögel und gegen späten Nachmittag schlugen wir jeweils unser (Zelt-)Lager nahe des Flussufers hangaufwärts auf und verbrachten die Abende bei Lagerfeuer und mit einem guten Schluck Rum! Es waren wirklich schöne Tage; lediglich die Moskitos hätten wir nicht gebraucht…

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Tikal

Für die folgenden beiden Wochen meiner Reise hatte ich bereits von Deutschland aus eine Tour mit g-adventures durch Belize und nach Tikal (Guatemala) gebucht. Mein nächstes Ziel hieß also Belize City, da ich dort meine Reisegruppe und unseren Tour-Begleiter (CEO) treffen sollte. Da mir der Flug nach Belize City von Roátan aus zu teuer und eine Schiffsverbindung nicht zu finden war hieß es also wieder Bus fahren! Und auf der 34-stündigen Fahrt (!) von La Ceiba (Honduras) über San Pedro Sula (Honduras), Copán Ruinas (Honduras), Guatemala City (Guatemala), Sante Elena (Guatemala) nach Belize City (Belize) in fünf verschiedenen Bussen wurde mir dann endgültig klar (obwohl ich es eigentlich schon vorher gewusst hatte), dass ich meinen Abstecher auf die Bay Islands wohl lieber für eine andere Reise hätte aufsparen sollen. Die ganze Fahrerei (sowohl das Hin als auch das Zurück) kostete nicht nur verhältnismäßig viel Geld, sondern auch enorm viel Zeit und von den Nerven will ich gar nicht sprechen… Nichtsdestotrotz bin ich natürlich froh, dass ich dort war! 😉

In Belize City angekommen, traf ich letzten Samstagabend also meine Reisegruppe für die nächsten beiden Wochen und war schon gespannt, wie die Gruppe so sein würde und wie leicht oder auch schwer mir die Umstellung fallen würde, von nun an nicht mehr allein und “in den Tag hinein” zu reisen. Bereits am ersten Abend stellte sich heraus, dass wir eine lustige, bunte Truppe mit insgesamt zehn Teilnehmern von 25 bis 64 Jahren sind, von denen vier aus Kanada, vier aus Deutschland, einer aus der Schweiz und einer aus Norwegen kommen. Das Zimmer teilen Marie und ich mit Vanja, der Norwegerin.

Am Sonntag ging’s dann auch schon richtig los und wir fuhren (zurück) nach Guatemala, um Tikal zu besichtigen, eine der größten Maya-Ruinen-Stätten weltweit! Obwohl ich gerade mal 24 Stunden außer Landes war, bekam ich an der Grenze ein frisches 90-Tage-Visum für Guatemala (!) und legte – diesmal zusammen mit den anderen – einen Teil des Weges (in entgegengesetzte Richtung) zurück, den ich am Tag zuvor erst nach Belize City angereist war… Die erneute Busfahrt lohnte sich aber in jedem Fall! Denn die Besichtigung Tikals am nächsten Morgen mit einem extrem engagierten und belesenen lokalen Führer war faszinierend und beeindruckend zugleich. Juan, so sein Name, erklärte uns nicht nur detailliert die Entstehungs- und Niedergangs-Geschichte von Tikal, sondern auch viel über die Maya-Kultur an sich. Er gab uns einen Einblick in die Schriftzeichen der Maya und zeigte uns wie sie – zumindest teilweise – entschlüsselt werden können und machte uns mit verschiedenen Bräuchen und Traditionen vertraut. Während die Ruinen in Copán Ruinas (Honduras) oft mit Athen oder Paris verglichen werden, da dort die Handwerkskunst der Maya einen sehr hohen Stellenwert eingenommen haben soll (was sich in den Verzierungen der Tempel und zahlreichen Statuen widerspiegelt), wird Tikal eher mit New York verglichen, da die Tempel hier vorallem durch ihre Größe und Höhe beeindrucken.

Während dieses zweitägigen Abstechers nach Guatemala übernachteten wir in Flores, einem kleinen, schnuckeligen Ort auf der Insel San Andrés im südwestlichen Teil des Petén-Itzá-Sees, ganz in der Nähe Tikals. Und am zweiten Abend hatten wir das große Glück, einen wirklich schönen Sonnenuntergang zu sehen. Das Farbenspiel war ganz wunderbar. Allerdings muss man wirklich aufmerksam sein, damit man das Spektakel nicht verpasst, denn ein Sonnenuntergang dauert hier insgesamt nur etwa 10-15 Minuten.

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Antigua to Roatán

Neben dem bereits gebuchten Shuttle nach La Ceiba (Honduras), um von dort aus dann mit der Fähre auf die Insel Roatán zu gelangen, gab es noch einen weiteren Grund, zurück nach Antigua zu fahren: ich hatte nämliche einige meiner Sachen in meinem dortigen Lieblingshostel La Posada de San Carlos gelassen. Gleich auf Anhieb hatte ich mich bei meinem ersten Aufenthalt in Antigua (noch vor Ostern) mit Carlos, dem Besitzer, angefreundet und von da an das Hostel als eine Art Reisebasis genutzt, von der aus ich verschiedene Kurztrips unternahm. So konnte ich nicht nur einige meiner Sachen dort lassen (und musste sie nicht mit mir herumtragen), sondern hatte auch immer jemanden, der sich gefreut hat, wenn ich von einem 2- oder 4-Tages-Ausflug zurückkam; der wissen wollte, was ich erlebt habe und der mir gleichermaßen Neuigkeiten über das Hostel erzählte und mich manchmal nach meinem Rat fragte. Denn das Hostel ist erst seit etwa vier Monaten geöffnet, sodass es von Woche zu Woche kleine Erweiterungen und Veränderungen gibt! :-)
Nachdem ich mich montagsnachmittags (letzte Woche) also schweren Herzens von den anderen in Santa Ana (El Salvador) verabschiedet hatte und zurück nach Antigua gefahren war, konnte ich mich wenigstens freuen, Carlos wiederzusehen und ein bißchen über die vergangenen Tage zu quatschen. Und tatsächlich fühlte es sich fast ein bißchen wie Nach-Hause-Kommen an, als Carlos und Stephanie spät abends bereits an der Tür standen, um mich zu empfangen… :-)

Am nächsten Morgen ging es dann aber auch schon ziemlich früh wieder weiter und ich musste mich auch endgültig von Antigua verabschieden: der Shuttle (Minivan) holte mich um 4 Uhr am Hostel ab und nachdem wir noch einige andere Leute eingesammelt hatten fuhren wir zunächst nach Copán Ruinas und überquerten auf dem Weg dorthin die Grenze zu Honduras. In Copán Ruinas stiegen die meisten von uns dann in einen Reisebus, der uns zunächst nach San Pedro Sula brachte und von dort aus nach einer kurzen Pause nach La Ceiba. Insgesamt dauerte die Fahrt etwa 14 Stunden und ich war zwar froh als ich endlich im Hostel ankam, freute mich aber auch schon auf den nächsten Morgen, da es dann endlich mit der Fähre Galaxy Wave zur Insel Roatán, meinem eigentlichen Ziel, ging. Die Fährfahrt an sich fand ich recht unspektakulär, obwohl der Wellengang einigen anderen Passagieren doch größere Probleme bereitete und geübtes Bordpersonal fleißig Kotztüten verteilte…

Auf Roatán hab ich im Roatán Backpackers Hostel dann auch gleich eine ziemlich speziell zusammengewürfelte Truppe kennengelernt: Casey, ein Amerikaner aus Michigan, der aus Gründen, die mir nur oberflächlich bekannt sind (was vollkommen ausreicht!), nicht mehr zurück in die USA kann und daher seit sechs Wochen auf Roatán auf seine Arbeitserlaubnis für die Cayman-Inseln wartet; Milton, ein lustiger, katholisch-erzogener, dunkelhäutiger Inder mit Rastazöpfen, der seit über zehn Jahren in Texas lebt, jedoch keine Staatsbürgerschaft der USA hat, Andrea, seine ruhige Freundin aus Utah, die mich mehrfach pro Tag entsetzt oder verwundert über die Gesprächsinhalte der anderen anschaute und Andrew, ein erzkonservativer Texaner aus Houston, der meinte, Milton davon überzeugen zu müssen, dass Rassismus praktisch nur in dessen Kopf existiert und die Runde zudem irgendwann mit dem Bekenntnis aufmischte, dass er davon überzeugt sei, dass Evolution nur eine von den Illuminati erfundene Theorie sei, um die Menschen von Gott abzuwenden… Ich werd da jetzt nicht weiter ins Detail gehen, denn nichts was ich schreiben könnte, würde den Gesprächen, die wir geführt haben auch nur im Entferntesten gerecht werden. Aber ich bin sicher, dass zumindest die meisten von euch eine Vorstellung haben, wie bereichernd diese Tage auf Roatán waren (und nur um das klarzustellen: hier steckt kein einziges Fünkchen Ironie drin!). Ich glaube, das sind Tage, die ich nie vergessen werde!

Aber auch abgesehen von den zwischenmenschlichen Erfahrungen hat mir die Zeit auf Roatán gut gefallen! Ich war einige Male Schnorcheln, habe wunderschöne Korallen, Fische und andere Meerestiere gesehen und habe in der restlichen Zeit mit einem gemieteten Roller die Teile der Insel erkundet, die man als Tourist sonst eher nicht zu sehen bekommt. Dabei habe ich herausgefunden, dass Roatán, obwohl beliebtes Touristenziel, noch viele naturbelassene Landstriche und sehr schöne, verschlafene kleine Fischerörtchen hat. Ironischerweise habe ich leider von den touristischeren aber ebenso netten Strandabschnitten keine Fotos gemacht; wahrscheinlich weil ich dort meist zum Schnorcheln war und dann keine Kamera dabei hatte. :-(

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El Salvador

Zusammen mit Chen, einer Chinesin, die ich bereits vor Ostern in Antigua kennengelernt hatte, bin ich am letzten Donnerstagmorgen in aller Frühe aufgebrochen, um mit öffentlichen Bussen nach El Salvador zu reisen. Zunächst sind wir von Antigua nach Escuintla gefahren, um dort dann in einen Bus umzusteigen, der uns direkt zur Grenze bei Ciudad Pedro de Alvarado / La Hachadura brachte. Die Fahrt dauerte insgesamt etwa 3 Stunden und da wir keine große Wartezeit beim Umsteigen hatten, waren wir bereits gegen 9.30 Uhr an der Grenze zu El Salvador. Der Grenzübergang an sich war für mich wieder ganz unkompliziert und rückblickend muss ich sagen, dass die Grenzbeamten in El Salvador bisher die freundlichsten und zudem die einzigen waren, die kein Geld wollten. :-) Für Chen war es ein bißchen langwieriger, da sie für das Bereisen der meisten Länder ein Vorab-Visum bei der jeweiligen Botschaft einholen muss und das Überprüfen dieser Visa an der Grenze dann anscheinend besonders lang dauert. Dadurch ist mir auf jeden Fall mal wieder bewusst geworden wie “priviligiert” man als Deutscher (oder allgemein Europäer) doch reisen kann!

Nach der Grenzüberquerung sind wir dann weitergefahren nach Sonsonate und dort ein letztes Mal umgestiegen, um nach etwa 4 Stunden an unser eigentliches Ziel Juayua, einen kleinen Ort an der Ruta de Flores, zu gelangen. In Copan Ruinas in Honduras hatte ich einen sehr ansprechenden Aushang für das dortige Hostel Casa Mazeta gesehen und da ich wegen der bekannten Food-Märkte an der Ruta de Flores am Wochenende sowie dorthin wollte, hab ich also beschlossen, ein Bett in diesem Hostel zu reservieren und Chen kurzerhand überzeugt mitzukommen. Und tatsächlich ist es eine der schönsten und gemütlichsten Unterkünfte, in denen ich bisher übernachtet habe: ein wunderschöner und urgemütlicher Gemeinschaftsbereich mit einer riesengroßen Küche, ein top-gepflegter Garten mit Hängematten, Bänken, Brunnen und eines der geräumigsten und modernsten Bäder, die ich je in einem Hostel gesehen habe – den Duschkopf sollte man allerdings nicht anfassen, da man aufgrund der elektrischen Verdrahtung sonst eine gewischt bekommt… 😀

Und da die Unterkunft so nett war, haben wir dort auch gleich sehr nette andere Backpacker getroffen: drei Amerikaner (Bill, Rash und Seth), einen Briten (Patrick) und einen Deutschen (Simon). Davon abgesehen waren die Betreiber des Hostels auch super-nett und extrem hilfsbereit! Am Freitag sind Chen, Patrick und ich zusammen zu einer geführten und vom Hostel organisierten Sieben-Wasserfälle-Tour aufgebrochen. Die Tour dauerte insgesamt etwa 6 Stunden und führte uns durch jede Menge Wald und wie sich herausstellte nicht nur zu verschiedenen Wasserfällen, sondern auch einen Wasserfall hinab! Mit Sicherungsmaterial, das der Führer dabei hatte, seilten wir uns also am vierten Wasserfall einer nach dem anderen etwa 40 Meter ab… 😀 Und im letzten Wasserfall durften wir dann – zur Belohnung – sogar noch ein bißchen schwimmen. Insgesamt auf jeden Fall eine empfehlenswerte Tour!

Am Samstag(vor)mittag besuchten wir dann alle zusammen den Food-Markt und das angebotene Essen sah nicht nur extrem lecker aus, sondern war auch sehr sehr gut! Da Patrick nachmittags jedoch zurück nach Santa Ana fahren musste (er traf sich dort mit einem Freund und hatte die meisten seiner Sachen dort im Hostel Casa Verde gelassen) und Simon auch dorthin wollte (und wir uns alle so gut verstanden), beschloss ich also mit den beiden nach Santa Ana zu fahren. Nur Chen konnte leider nicht mitkommen, da sie sonntags nach San Salvador reisen wollte, um sich montags um weitere Visa zu kümmern. Obwohl ich letztlich nicht viel Zeit in Santa Ana verbracht habe, hat es mir auch dort gut gefallen. Die Kathedrale ist beeindruckend und gehört definitv zu den schönsten Kirchen, die ich bisher in Zentral-Amerika gesehen habe! Leider hatte ich meinen Foto beim abendlichen Spaziergang vergessen, sodass ich keine Bilder machen konnte. Da es nach dem Abendessen allerdings überraschend anfing sturzbachartig zu regnen (begleitet von einem immensen Gewitter!) und sich manche Straßen tatsächlich in kleine Flüsse verwandelten, war das vielleicht gar nicht so schlecht… In jedem Fall hatten wir eine Menge Spaß und ich war ziemlich traurig, dass ich am Montag schon wieder zurück nach Guatemala fahren musste. Blöderweise hatte ich nämlich um Ostern rum bereits eine Fahrt von Antigua aus zu den Bay Islands (Honduras) gebucht, da ich dort unbedingt Schnorcheln gehen wollte…

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