Hola Guatemala!

Da ich Ostern auf jeden Fall in Guatemala verbringen wollte, hieß es am Montag dann auch schon wieder Adiós Honduras und Hola Guatemala! Von Copán Ruinas ging’s zunächst zur nur etwa 10km entfernten Grenze bei El Florido und von dort aus dann weiter nach Antigua. Obwohl das C4-Abkommen zwischen Nicaragua, Honduras, Guatemala und El Salvador eigentlich besagt, dass man sich mit einem Visa einer der Staaten für die zugesagte Aufenthaltsdauer in allen vier Staaten aufhalten darf (und ich deswegen beispielsweise keinen Ausreisestempel aus Nicaragua und auch keinen Einreisestempel nach Honduras bekommen hatte), bekam ich an der Grenze zu Guatemala überraschenderweise einen Ausreisestempel aus Honduras und einen Einreisestempel nach Guatemala und meine Aufenthaltsdauer wurde so wieder auf 90 Tage “aufgeladen”…

In Antigua selbst hab ich zunächst zwei Tage verbracht und es hat mir sehr gut gefallen. Obwohl die Stadt nur knapp 60.000 Einwohner hat, hat man den Eindruck, es handle sich um eine Großstadt. Beinahe überall, wo man hinschaut, sieht man Cafés, Bars, Restaurants, Geschäfte, Hotels und natürlich alte Kirchen. Es gibt wirklich jede Menge zu sehen und da die Osterprozessionen in Antigua nicht nur aufwändig, sondern auch sehr bekannt sind, pilgert zu Ostern wohl beinahe ganz Guatemala City nach Antigua, so dass die Stadt plötzlich aus allen Nähten zu platzen scheint. Hotels verdoppeln ihre Übernachtungspreise und richten zusätzliche Schlafstätten ein und Anwohner vermieten Schlafplätze in ihren Wohnzimmern oder bieten Zeltplätze im Garten an…

Da mir das ein bißchen zu viel Trubel zu sein schien, hatte ich irgendwann beschlossen, Ostern auf der EarthLodge zu verbringen, einer Lodge und Avocado-Farm in den Bergen auf etwa 2080m, ca. 20 Minuten von Antigua entfernt. Seit Mittwochnachmittag bin ich nun also hier und der Ausblick von hier oben ist einfach traumhaft! Außerdem hat man hier jede Menge Platz, ist in netter Gesellschaft, es gibt eine Maya-Sauna und – je nach Präferenz – kann man sogar in einem Baumhaus übernachten. 😀 Den Tag an sich gestaltet man selbst, zu Abend gegessen wir dann aber immer gemeinsam um 19 Uhr und anschließend finden sich meist verschiedene Gruppen zusammen zum Spielen, Filmschauen oder einfach Quatschen. Die Lodge hat auch ein Maultier, das die ganzen Nahrungsmittel vom nächstgelegenen Dorf zur Lodge transportiert, da der Abstieg zur Lodge so schmal ist, dass kein Auto den Weg passieren kann. Marie war natürlich gleich ganz begeistert und wollte unbedingt ein Erinnerungsfoto haben! Seit heute Morgen rumpelt übrigens einer der beiden Vulkane, auf die man in der Ferne schauen kann, immer mal wieder und man sieht auch kleine Rauchwolken. Hört sich ein bißchen wie ein weit entferntes Gewitter an.

Zusammen mit einem guatemalischen Pärchen sowie drei Engländern bin ich am Karfreitag dann mit dem Shuttle, den die Lodge anbietet, nach Antigua runter gefahren (liegt auf etwa 1600m), um mir eine der zahlreichen Prozessionen anzuschauen. Es ist wirklich beeindruckend, wieviel Aufwand und Mühe in diese Feierlichkeiten gesteckt wird. Familien und Geschäfte stellen auf den Straßen in Handarbeit farbenfrohe Teppiche aus gefärbten Sägespänen und Blüten her und hunderte Menschen ziehen anschließend durch die Straßen, während sie riesengroßen religiöse Statuen und Bildnissen auf ihren Schultern tragen. Begleitet werden sie von zahllosen Weihrauchträgern und Blaskapellen. Und selbstverständlich ist das Tragen einer solchen Statue zwar Schwerstarbeit, aber ebenfalls eine große Ehre. Daher bezahlen die Leute auch gerne den anfallenden Obulus an die Kirche. Laut Einheimischen strömen über die Osterfeiertage etwa 600.000 Touristen nach Antigua. Daher haben die Feierlichkeiten hier auch eine große wirtschaftliche Bedeutung und man fühlt sich teilweise wie auf einem großen Volksfest.

Von der Earth Lodge aus geht’s am Montagnachmittag dann wieder zurück nach Antigua, von wo aus ich am Dienstagmorgen an den Lago de Atítlan reisen werde. Grundsätzlich muss ich sagen, dass das Klima in Guatemala etwas angenehmer ist als beispielsweise in Nicaragua. Da das Land insgesamt etwas höher liegt, ist es etwas kühler und vorallem nachts fallen die Temperaturen doch deutlich ab, so dass man problemlos schlafen und morgens und abends gut (leichte) lange Ärmel gebrauchen kann. :-)

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