San José – Montezuma – Liberia

Leider musste Lars am Dienstag ja schon wieder zurück nach Deutschland fliegen und so blieb uns nichts anderes übrig als am Montag den Rückweg nach San José anzutreten. Wir beschlossen, bereits am frühen Vormittag zu fahren, so dass uns nachmittags noch etwas Zeit blieb, um ein wenig die Hauptstadt Costa Ricas zu erkunden. Und auch die Amerikaner, die wir am Wasserfall kennengelernt hatten, reisten am Montagmorgen wieder zurück nach San José, da sie dort teilweise am Nachmittag Kurse ihres Austauschprogramms besuchen mussten. Netterweise bot uns aber Wesley an (einer der Amerikaner, der erst um 18 Uhr einen Kurs besuchen musste), uns für ein paar Stunden durch San José zu führen. Diese Angebot nahmen wir selbstverständlich dankbar an und wir hatten wirklich eine nette Zeit und bekamen noch einige schöne Plätze zu sehen. Vielen Dank nochmal, Wes!

Abends beschlossen Lars und ich dann zum Abschied nochmal Essen zu gehen und fragten den Hostelbetreiber nach einer Empfehlung… Allerdings zählte der zunächst mal alle erdenklichen Fast Food Ketten in der Nähe auf (und das waren wirklich eine GANZE Menge; im Grunde so ziemlich alles, was man sich an Fast Food vorstellen kann…). Erst in einem zweiten Anlauf verstand er dann, dass wir eigentlich was Lokales, sozusagen Hausgemachtes suchten und empfahl uns ein Soda, das heißt ein typisch costa-ricanisches Lokal und einen Brasilianer; beides angeblich ganz in der Nähe. Nachdem wir jedoch fast eine Stunde zu Fuß durch unser Viertel geirrt waren und weit und breit weder ein Soda noch einen Brasilianer fanden, dafür aber mehrmals an den Fast Food Läden vorbeimarschierten und mehrere chinesische sowie italienische Restaurants fanden, unternahmen wir noch einen letzten Versuch und spazierten neugierig zu einem bläulich erleuchteten Haus. Und *tadaa* es war zwar weder das costa-ricanische noch das brasilianische Lokal, aber immerhin: es war kubanisch und bezahlbar! Und so beschlossen wir, es uns an unserem letzten gemeinsamen Abend in Costa Rica beim Kubaner gut gehen zu lassen und Lars bekam obendrein endlich (!) seinen ersehnten Mochito! 😀

Nachdem wir uns verabschiedet hatten (Schön, dass du da warst, Lars!), machte ich mich dann am Dienstagmorgen bereits um 6 Uhr mit dem Bus auf den Weg nach Montezuma, einen kleinen (um nicht zu sagen winzigen) Ort im Süden der Península de Nicoya. Hauptsächlich wollte ich dorthin reisen, da sich ganz in der Nähe dieses Ortes der Parque Nacional Cabo Blanco befindet; der erste offizielle Nationalpark Costa Ricas, der nach vielen mühevollen Jahren 1963 von einem dänisch-schwedischen Paar gegründet wurde. Die Fahrt nach Montezuma (Bus, Fähre, Bus, anderer Bus) dauerte ziemlich genau 6 Stunden und ich war ziemlich froh als ich mittags bei glühenden 31°C endlich angekommen war.

In meinen zweieinhalb Tagen in Montezuma besuchte ich dann den wirklich wunderschönen und absolut empfehlenswerten Nationalpark Cabo Blanco und lernte auf der kurzen Busfahrt dorthin ein junges amerikanisches Paar kennen, mit denen ich etwa 5 Stunden durch den Park wanderte. Außerdem fuhr und lief ich mit Melina und Moras, zwei Argentinierinnen, die ich im Hostel kennengelernt hatte nach Mal País, einem winzigen Surfer Hot Spot, der tatsächlich nicht viel mehr ist als sein Name sagt: ein schlechtes Stück Land, wenn man nicht surfen möchte. Denn, dass das Wasser nicht zum Baden geeignet ist, merkten wir erst als wir bereits im Wasser waren und uns unsere Knie an den nicht sichtbaren Felsen aufgeschrammt hatten. Glücklicherweise haben mich meine Freunde ja aber mit den besten Erste-Hilfe-Pflastern ausgestattet, die man haben kann und so suchte Melina das erste Pflaster aus, das ich benutzte. :-)

Heute Morgen um 5.30 Uhr habe ich mich dann auch schon wieder aus Montezuma verabschiedet und bin weiter nach Liberia gefahren, der letzten größeren Stadt vor der Grenze zu Nicaragua, wo ich gegen 14.30 Uhr ankam. Da ich die Weiterfahrt zur Grenze (das sind nochmal etwa 1,5 – 2 Stunden) und die Grenzüberquerung (und dann natürlich auch die Weiterfahrt von dort) nicht mehr so spät am Nachmittag in Angriff nehmen wollte (zur Erinnerung: es wird gegen 18 Uhr dunkel), hatte ich bereits gestern Abend überlegt und während der Fahrt dann beschlossen, eine Nacht in Liberia zu bleiben, mir die Stadt etwas anzuschauen, meine Sachen nochmal zu ordnen und dann erst morgen die Weiterreise nach Nicaragua in Angriff zu nehmen. Und da ich ohne große Erwartungen hierher gekommen bin, war ich dann doch ziemlich positiv überrascht, denn die Stadt verströmt in meinen Augen ein ganz nettes Flair. Im Parque Central fand heute beispielsweise ein großer Markt statt und es waren einige Künstler in den Straßen unterwegs, die ihr Können zeigten und/oder ihre Waren anboten. Außerdem hab ich ein sympathisches kleines Hotel gefunden (La Posada del Tope), in dem ich für $10 nun sogar ein Einzelzimmer bekommen habe, da momentan nicht viele Gäste hier sind. Es ist zwar insgesamt ziemlich einfach gehalten; die Atmosphäre ist aber ganz wunderbar! :-)

So, und morgen geht’s dann also endlich nach Nicaragua! Marie und ich freuen uns schon sehr! Zunächst wird es uns für etwa vier oder fünf Tage auf die Isla de Ometepe verschlagen, um dort unter anderem die nächste Vulkanbesteigung in Angriff zu nehmen. So ziemlich jeder, den wir getroffen haben (und der auch dort war) hat in den höchsten Tönen von der Insel mit den beiden Vulkanen geschwärmt. Wir sind also schon sehr gespannt! Da ich momentan aber weder weiß, wie es dort mit Internet, noch wie es dort mit Strom aussieht, ist es gut möglich, dass ich mich erst wieder melde, wenn ich dann in Managua oder Granada bin. Also: keine Sorgen machen, falls ihr diesmal etwas länger nichts Neues von mir lest!

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2 thoughts on “San José – Montezuma – Liberia

  1. Greg sagt:

    Hallo, liebe Weltreisende,

    unser Briefträger hat heute ein Faultier mitgebracht.:-)
    Danke für die schöne Karte.
    Wir haben uns sehr gefreut.
    Lieber Gruß aus dem sonnigen Bergdorf
    Gregory

    • Ines Veile sagt:

      Hallo ihr Vier!
      Dann hat die Karte ja nur gut einen Monat gebraucht… 😀
      Freut mich natürlich, dass sie euch gefällt!
      Liebe Grüße,
      Ines

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