Monthly Archives: Februar 2014

Adiós Cahuita! Hola Tortuguero!

Nach zwei wirklich schönen Tagen in Cahuita haben Michelle und ich uns gestern morgen voneinander verabschiedet. Denn sie hatte eine Wildwasser-Rafting-Tour gebucht und wollte dann weiter ins Landesinnere, während ich geplant hatte, der Karibikküste gen Nord-Westen zu folgen und nach Tortuguero zu reisen, um dort Barbara Hartung (eine deutsche Auswandererin) zu treffen. Nicht vorenthalten möchte ich euch jedoch an dieser Stelle ein paar Bilder, die auf unserer knapp 9km langen Wanderung durch den Nationalpark Cahuitas am Montag entstanden sind. Neben unzähligen kleinen Geckos, Krebsen, Spinnen, wunderschönen Schmetterlingen und so manch anderem Getier sowie einer Vielzahl an beeindruckenden Pflanzen, konnten wir vor allem jede Menge Affen sehen. Ein Kapuzineräffchen kam uns sogar ziemlich nah; ich denke, es hoffte auf etwas zu essen (was wir ihm natürlich nicht gaben). Ganz stolz waren wir aber auch, als wir endlich eine Schlange entdeckt hatten, denn es war sogar eine hochgiftige Palmlanzenotter, die unweit des Bodens schlafend an einem Zweig hing! Aber seht am besten selbst:

Und gestern haben Marie und ich uns dann also auf den Weg nach Tortuguero gemacht. Da wir diesmal keine Reisegesellschaft gefunden hatten, sind wir eben allein losgezogen. Das war auch mal ganz nett. Denn so bin ich endlich dazu gekommen, mit dem Lesen des Buches anzufangen, das ich bereits seit drei Wochen mit mir herumtrage. Es heißt Bewohnte Frau und ist von Gioconda Belli. Ich habe es zu meinem letzten Geburtstag von Anna geschenkt bekommen, die es thematisch perfekt auf meine Reise abgestimmt hat. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal dafür! :-) Das Buch handelt nämlich von einer jungen nicaraguanischen Architektin aus der Oberschicht, die Ende der 70er Jahre unverhofft mit der Widerstandsbewegung gegen das diktatorische Regime in Berührung kommt und deren Leben sich dadurch radikal verändert. Ich hatte daher mal geplant, es bereits gelesen zu haben, wenn ich nach Nicaragua komme. Wenn ich jedoch weiterhin so schleppend mit dem Lesen vorankomme, wird das eher nichts…

Nun gut, um 7 Uhr ging’s also los. Und zwar zuerst mit dem Bus nach Limon und von dort aus dann mit einem Taxi nach Moin, denn in Moin fuhr um 10 Uhr das Boot nach Tortuguero ab. Die Bootsfahrt führte auf mal eher kleinen und mal größeren Wasserstraßen in etwa vier Stunden (inkl. einer Pause von 20 Minuten) nach Tortuguero, so dass ich gegen 14 Uhr dort ankam und meine neue Unterkunft Miss Miriam beziehen konnte. Die Zimmer haben alle ein eigenes Bad und wirklich eine schöne Lage: vom Fenster aus kann man sogar das Meer sehen! Auf der Bootsfahrt hielten wir übrigens öfter mal an und der Fahrer zeigte uns verschiedene Vögel, Affen oder auch Leguane. Und Bild Trip to Tortuguero 5 zeigt euch auch noch ein weiteres Tier, das wir heute schon gesehen haben. Wer’s zuerst findet (und mir sagt wo und was es ist) wird wieder mit einer Postkarte belohnt! Viel Spaß also beim Suchen! Ich werd jetzt erstmal schlafen gehen, denn um 5.30 Uhr morgen früh startet die Kanutour mit Barbara durch die Wasserkanäle des angrenzenden Nationalparks.

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Bienvenidos a Costa Rica!

Tatsächlich ist es schon soweit und meine Zeit in Panama ist zu Ende! Die letzten 20 Tage vergingen fast wie im Flug und so hieß es am Sonntag: auf nach Costa Rica! Zusammen mit Michelle, einer Schweizerin, die ich in der Sprachschule kennengelernt hatte, machten Marie und ich uns also auf den Weg nach Cahuita, einem kleinen verschlafenen Örtchen an der Karibikküste Costa Ricas, unweit der Grenze. Nach einigen Überlegungen hatten wir uns entschlossen, keinen organisierten Shuttle für die Grenzüberschreitung zu buchen, sondern mit unseren neuen Spanischkenntnissen die Fahrt auf eigene Faust in Angriff zu nehmen und dadurch etwas Geld zu sparen. Und diese Entscheidung erwies sich als vollkommen richtig. Denn mal davon abgesehen, dass wir auf der Fahrt ein paarmal umsteigen mussten, war die Einreise nach Costa Rica extrem unkompliziert und die Touristen, die mit einem Shuttle zur Grenze gefahren waren, mussten sich natürlich in derselben (langen) Schlange anstellen, wie wir das mussten. Aber jetzt mal von Anfang an.

Gegen 10.30 Uhr (geplant war eigentlich 9.30 Uhr…) verabschiedeten wir uns in der Sprachschule in Bocas del Toro und liefen zum Hafen, um mit einem Boot zurück auf’s Festland nach Almirante zu fahren. Leider fuhr das nächste Boot erst um 12 Uhr und wir mussten etwas warten. Die Zeit verging jedoch recht schnell und die Überfahrt kam uns dann auch ziemlich kurz vor, denn das Boot war schon ziemlich schnell unterwegs und man musste sein Handgepäck gut festhalten, damit der Fahrtwind es nicht mitriss. In Almirante nahmen wir dann ein Taxi zur Busstation und dort stand überraschenderweise auch schon ein Bus nach Changuinola bereit, in den wir sofort einsteigen konnten und der bereits 10 Minuten später abfuhr. Wir vermuten übrigens, dass es sich bei diesem Bus um einen ausrangierten indischen Reisebus handelt. Denn die Schriftzeichen und die Dekorationen im Bus (goldene Vorhängchen mit Fransen und Blumen) liessen darauf schließen. :-) Changuinola ist übrigens nicht nur der letzte mit dem Bus erreichbare Ort in Panama vor der Grenze zu Costa Rica, sondern war wohl auch einer der ersten großen Chiquita-Bananen-Plantagen-Standorte. Und auch heute werden noch unvorstellbar große Flächen vom Bananen-Anbau eingenommen. Diese Tatsache hat mich übrigens veranlasst, mich mal etwas genauer über den Bananenanbau hier und die involvierten Firmen zu informieren und ich kann nur jedem empfehlen, das auch mal zu machen. Da wird einem wieder mal vor Augen geführt, wie die Welt funktioniert… Nunja, in Changuinola angekommen, nahmen wir dann jedenfalls zusammen mit zwei Chilenen und einem Argentinier ein Taxi nach Guabito, das heißt zur Grenze. Dank des guten Verhandlungsgeschicks der Chilenin kostete diese etwa 15minütige Taxifahrt jeden von uns nur $1,45. Kaum zu glauben, oder?

An der Grenze standen wir dann zunächst kurz an, um einen Ausreisestempel aus Panama zu bekommen. Anschließend mussten wir uns in einem kleinen Büro in eine Liste eintragen und $3 für die Aus-/Einreise bezahlen. Und dann durften wir die Brücke über den Río Sixaola überqueren, um nach Costa Rica zu kommen. Das war wirklich ein kleines Abenteuer, denn die Brücke ist schon etwas älter und der Bodenbelag teilweise unbefestigt oder etwas löchrig… Auf der Costa Ricanischen Seite hatte sich für die Einreise bereits eine lange Schlange gebildet und wir mussten eine Weile anstehen. Die eigentliche Einreise war dann jedoch total unkompliziert. Wir mussten lediglich ein Visa-Formular ausfüllen und bekamen dann ohne weitere Nachfragen schon unseren Einreisestempel! Ein Blick auf die Uhr verriet uns, dass es 15.15 Uhr war und wir machten uns auf die Suche nach dem kleinen Busbahnhof, an dem die Busse nach San José und Limon abfahren. Der Busbahnhof war schnell gefunden und wir fanden ebenso schnell heraus, dass der nächste Bus nach Cahuita (mit Endstation Limon) um 16 Uhr abfuhr. Also kauften wir uns für umgerechnet $4 (genau 1980 Colones) ein Ticket und setzten uns in den schattigen Wartebereich. Beim Blick auf unsere Tickets waren wir dann jedoch etwas verwirrt. Denn als Abfahrtszeit stand dort 15 Uhr und da auch schon ein Bus mit Endstation “Limon” bereit stand, fragten wir uns, ob der 15 Uhr-Bus vielleicht noch nicht abgefahren war und noch wartete, bis es genügend Passagiere gab. Plötzlich fiel Michelle jedoch ein, dass Costa Rica in einer anderen Zeitzone als Panama liegt und wir durch die Einreise eine Stunde gewonnen hatten… Es war also nicht 15.30 Uhr, sondern erst 14.30 Uhr! 😀 Für die Zeitverschiebung nach Deutschland bedeutet das, dass es nun nicht mehr “nur” sechs, sondern sieben Stunden sind.

Die Weiterfahrt nach Cahuita dauerte dann nochmal etwa 1,5 Stunden. Glücklicherweise lag das Hostel La Shangria, in dem Michelle für uns reserviert hatte, nur 2-3 Minuten Fußweg entfernt und wir waren schnell am Ziel. Der Aussenbereich ist wirklich geräumig und schön und die Gemeinschafts-Schlafräume haben nur vier Betten. Leider waren die Zimmer jedoch etwas muffig, die Küchenausstattung ziemlich dürftig und der Wasserdruck in den Duschen quasi nicht vorhanden. Und da dann auch noch der Router kaputt ging und es kein Internet gab, beschlossen Michelle und ich gestern, heute in ein anderes Hostel umzuziehen. Jetzt wohnen wir für unseren letzten Tag und die letzte Nacht in den Cabinas Palmer und haben für nur $10 pro Person sogar ein Doppelzimmer mit eigenem Bad, Handtüchern, einer kleinen Terasse mit Tisch und Hängematte und funktionierendem Internet! :-) Schade, dass wir hier nicht schon früher eingezogen sind! Dieses Hostel kann ich nur jedem empfehlen, der hier mal vorbeikommt. Die Besitzer sind wirklich sehr freundlich und das Hostel liegt zudem sehr zentral!

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Noch mehr Karibik: Isla Zapatilla

Noch mehr Bilderbuch-Karibik! Denn am Samstag haben wir ein wirklich wunderschönes Fleckchen Erde gefunden! :-) Am besten sollte ich gar nicht so viel schreiben und ihr schaut euch einfach die Bilder an. Denn die sagen wahrscheinlich schon einiges; letztlich aber eben doch nicht alles! Daher fang ich mal von Vorne an.

Am Samstag haben Marie und ich zusammen mit vier anderen aus der Sprachschule (Vanessa, Daria, Dirk und Kathrin) einen organisierten Ganztagesausflug zur Isla Zapatilla II gemacht. Los ging’s um 10 Uhr, nachdem wir unsere Schnorchelutensilien in Empfang genommen hatten. Zunächst fuhren wir mit sieben anderen in einem kleinen Boot auf’s Meer, um Delphine zu beobachten. Und tatsächlich! Es dauerte nicht lange, bis wir welche sahen. Eine kleine Familie tauchte mehrfach an der Oberfläche auf und zeigte uns ein paarmal ihre schönen Flossen und geschmeidigen Bewegungen. Anschließend  fuhren wir zu einer Mangroven-Insel, auf der Faultiere leben. Und auch dort mussten wir nicht lange suchen, um fündig zu werden. Die putzigen, zotteligen Tiere hingen entspannt in den Bäumen und genossen den schönen Tag. Und eines der Faultiermännchen (die haben einen schwarzen Streifen auf dem Rücken) tat uns sogar den Gefallen und bewegte sich von einem zum anderen Baum. Es ist fast nicht vorstellbar, wie langsam sich diese Tiere fortbewegen können! Sogar Marie war total fasziniert. Man hat wirklich den Eindruck, eine Zeitlupenaufnahme zu sehen. Unser Guide hat uns aber auch erzählt, dass Fauliere im Wasser ziemlich schnell vorankommen. Das konnten wir dann aber leider nicht mehr beobachten. Denn das Faultiermännchen kletterte noch höher in die Mangroven-Wipfel und war irgendwann verschwunden.

Wir machten uns dann weiter auf den Weg zu unserem eigentlichen Ziel: der Isal Zapatilla II. Diese Insel ist Teil eines großen Naturschutzgebietes und entspricht wirklich so ziemlich allen Bilderbuchvorstellungen der Karibik! Auf der Insel angekommen, bekamen wir zunächst eine kurze Einführung ins Deep-Board-Diving, da dies als nächstes auf dem Programm stand. Um zu verstehen, was das genau ist, schaut ihr euch am besten das Werbevideo an, denn erklären kann ich das nur schwer. Letztlich wird man von einem Boot durchs Wasser gezogen und das Plexiglas-Board bietet einem die Möglichkeit unkompliziert ab- und auch wieder aufzutauchen. Durch Tauchmaske und Schnorchel hat man so die Möglichkeit, den Meeresboden zu erkunden und mehr oder weniger geschmeidig durchs Wasser zu gleiten. Es dauerte zwar zunächst etwas, bis wir die erklärte Funktionsweise umsetzen konnten, aber dann war’s einfach super! Ich hatte wirklich großen Spaß und bin einige Male bis ganz auf den Meeresboden hinabgetaucht. Dort waren zwar keine Korallen oder Seesterne zu sehen. Aber einige Fische und Seepflanzen sowie Muscheln gab es und vorallem machte das Tauchen/Schnorcheln an sich großen Spaß! Am liebsten hätte ich noch weiter gemacht. Aber natürlich sollten alle mal drankommen und gegen 13 Uhr gab es schließlich ein kleines Mittagessen.

Im Anschluss ans Mittagessen hatten wir dann noch etwa 2,5 Stunden Zeit, um die Insel für uns selbst zu erkunden und baden oder schnorcheln zu gehen. Und auch das war wirklich ganz außergewöhnlich schön! Kathrin und ich erkundeten in dieser Zeit etwa die Hälfte des Sandstrandes und gingen an drei Stellen schnorcheln. In den Wurzeln einer Mangroveninsel konnten wir dabei verschiedene kleine Fischschwärme beobachten und ein paar der Fische kamen sogar bis auf wenige Zentimeter an uns heran, wenn wir uns nicht bewegten. Es war also wirklich ein sehr schöner Tag: weiße Sandstrände, jede Menge Kokosnusspalmen und lauwarmes, klares Wasser… Als wir um 16 Uhr den Rückweg antreten mussten, waren alle ein bißchen traurig, aber auch froh, den Ausflug zur Insel gemacht zu haben! Ich denke in diesem Fall sprechen die Fotos wirklich für sich; selbst wenn sie nur mit einer einfachen Digitalkamera gemacht wurden. Und es gibt diesmal sogar ein Wo-ist-Marie?-Suchbild. Viel Spaß also beim Suchen. Wer sie zuerst entdeckt und mir die Bild-Nummer sagen kann, bekommt auch ne Überraschung! 😉

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Playa de las estrellas

Heute haben wir endlich die Karibik entdeckt! 😀 Zusammen mit fünf anderen Mädels wurden wir nämlich direkt nach dem Vormittagsunterricht um 12:05 Uhr von einem kleinen Bus abgeholt, der uns in etwa 35 Minuten nach Bocas del Drago brachte; einen Strand am anderen Ende der Isla Colón. Von dort aus mussten wir dann nochmal ca. 20 Minuten lang dem Strandverlauf folgen, um an unser eigentliches Ziel zu kommen: den Playa de las estrellas! Übersetzt heißt das soviel wie Strand der Sterne und gemeint sind damit Seesterne. An manchen Tagen kann man an diesem Strand wohl hunderte im seichten Wasser entdecken. Wir hatten zwar nicht ganz so viel Glück und haben nur etwa zehn bis fünfzehn Stück gesehen – aber die waren wirklich sehr sehr schön und mit 20 – 25cm Durchmesser vorallem viel größer als ich erwartet hatte!

Nachdem es am Morgen und auch zum Zeitpunkt unserer Abfahrt noch ziemlich bewölkt und zugezogen war, waren wir zunächst etwas besorgt, dass es am Nachmittag vielleicht anfangen würde zu regnen und die organisierte Fahrt umsonst war. Es klarte jedoch glücklicherweise – wie die anderen Tage bisher auch – gegen 14 Uhr auf und die Sonne entfaltete ihre ganze Kraft! Wer jetzt denkt, ich hätte schon wieder einen kleinen Sonnenbrand, hat im Übrigen völlig Recht… diesmal an den Armen… [Notiz an mich: ich brauch unbedingt Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor größer als 20!]. Naja, jedenfalls wurde das Wetter noch so schön, dass wir nicht nur die Seesterne bewundern, sondern auch ausgiebig baden konnten. :-)

Wie ihr manchen Fotos entnehmen könnt, gibt es leider immer wieder Probleme, weil einige Touristen die Seesterne lieber anfassen und zurück ins Wasser werfen (und angeblich wohl auch mitnehmen) als sie nur anzuschauen. Daher wurden nicht nur überall Schilder aufgestellt, die darauf hinweisen, dass Seesterne ziemlich sensible Tiere sind und durch solche Aktionen schnell sterben; es gibt auch eine spezielle Strandpatrouille, die die Strandbesucher immer wieder darauf hinweist.

Gegen 16 Uhr wurden wir dann wieder abgeholt und zurück zur Sprachschule gefahren, da Daria und ich ja von 17-19 Uhr nochmal Unterricht hatten. Für den 20minütigen Spaziergang vom Strand zurück nach Bocas del Drago (also dort wo uns der Bus abholte) organisierten wir uns jedoch eine Bootsfahrt für $1 pro Person, um noch ein kleines bißchen länger am Strand bleiben zu können. Obwohl man während des Spaziergangs den Strand natürlich deutlich besser erkunden konnte, war die Bootsfahrt zurück auch ganz nett, denn sie bescherte uns einen ganz anderen Blick auf den Strand.

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Adiós Lost & Found! Hola Bocas del Toro!

Am Sonntag war es also soweit: nachdem ich meinen Aufenthalt dort schon um zwei Nächte verlängert hatte, musste ich mich schließlich doch von der Lost & Found-Lodge verabschieden. Und das war gar nicht so einfach. Denn es hatte mir dort nicht nur sehr gefallen, sondern es hatte sich dort auch eine ziemlich lustige Gruppe zusammengefunden. Allerdings hatte ich ja schon von Deutschland aus einen einwöchigen Sprachkurs in Bocas del Toro gebucht und musste mich daher bis spätestens sonntags um 17 Uhr in der dortigen Sprachschule einfinden. Wir waren daher alle ein bißchen traurig, uns voneinander verabschieden zu müssen. Anne reiste am Montag zurück nach Panama City und von dort aus dann zurück nach Holland. Fabien hatte sich entschieden, noch eine Weile länger auf der Kaffee-Farm zu arbeiten und Aaron blieb noch einen weiteren Tag in der Lodge und wollte dann am Montag weiterreisen. Immerhin reisten aber Megan und Ivana auch weiter nach Bocas del Toro. Daher konnten wir die Fahrt dorthin also gemeinsam in Angriff nehmen. Und es stellte sich wiederum heraus, dass auch das gar nicht so einfach war. Denn die Busse nach Bocas del Toro fuhren zwar alle 30 Minuten, sie waren jedoch extrem voll, da sonntags auch sehr viele Panamaer mit diesen Bussen unterwegs sind. Die ersten drei Busse nahmen uns daher gar nicht mehr mit. Der vierte hielt jedoch glücklicherweise an. Unser Gepäck wurde kurzerhand auf’s Dach geschnallt und wir konnten – allerdings stehend im Gang – mitfahren… Blöderweise fing es während der Fahrt an etwas zu regnen. Und da keiner von uns den Regenschutz über seinen Rucksack gezogen hatte, wurden also einige unserer Sachen während der etwa dreistündigen Fahrt etwas nass… 😉 Ivana hatte sogar das Pech, dass ihr Rucksack (eigentlich war es mehr eine Fahrradtasche) aufging und ein Handtuch sowie eine Hose beim Gepäckabladen auf dem Dach eingesammelt werden mussten… Immerhin ist aber nichts verloren gegangen!

Die Busfahrt führte uns also nach gut 3 Stunden schließlich nach Almirante. Dort mussten wir dann in ein Wassertaxi umsteigen, das uns auf das Inselarchipel Bocas brachte; genauer gesagt auf die Isla Colón, deren “Hauptstadt” Bocas del Toro ist. Die Fahrt mit dem Wassertaxi dauerte dann nochmal etwa 20 Minuten und dann waren wir endlich da! Ich bin jedoch ganz ehrlich: ein Inselarchipel in der Karibik hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt… Zumindest der erste Eindruck war leider nicht besonders positiv. Denn hier ist es schon sehr touristisch und von schönen, weißen Stränden mit blauem Wasser war erstmal nichts zu sehen. Anstelle dessen ist es an vielen Stellen sogar ziemlich schmutzig und es stellte sich heraus, dass Lebensmittel hier beispielsweise um ein Vielfaches teurer sind, als es im restlichen Panama (also dort, wo ich gewesen war) der Fall war. Die Isla Colón und insbesondere das gesamte Inselarchipel besteht jedoch aus mehr als nur Bocas del Toro und andere Reisende sowie Sprachschüler haben mir schon berichtet, dass es etwas abseits der Hauptstadt wirklich sehr schöne Strände zum Baden, Schnorcheln und Tauchen gibt. Zu manchen dieser Strände fahren sogar Busse oder man hat die Möglichkeit, sich ein Fahrrad zu leihen und selbst dorthin zu fahren. Außerdem kann man mit einem Wassertaxi für $1 – $5 auch zu einer der anderen Inseln fahren. Das werde ich sicherlich die Woche mal machen. Für’s Erste konzentriere ich mich jedoch auf den Spanischunterricht. Ich habe vormittags von 8-12 Uhr bei einer Lehrerin aus Costa Rica Gruppenunterricht (fünf Personen) und dann nochmal am Abend von 17-19 Uhr bei einer anderen Lehrerin aus Costa Rica zwei weitere Stunden (zusammen mit einer deutschen Stewardess, die hier Bildungsurlaub macht). Gestern war’s schon ganz gut. Wir haben viele Sachen wiederholt, die ich zwar schonmal gehört, aber in der Zwischenzeit wieder vergessen hatte. In der Mittagspause habe ich außerdem die Umgebung etwas erkundet und endlich mal Wäsche in eine nahegelegene Wäscherei gebracht sowie Gemüse und Obst in einem kleinen Laden gekauft. Glücklicherweise war die Auswahl wirklich groß und alles wirkte viel frischer und reifer als im Supermarkt. Letztlich habe ich nur $3,80 für eine Ananas, eine Papaya, zwei Bananen, drei große (Fleisch-)Tomaten, eine Gurke, eine Zwiebel und eine Paprika bezahlt! 😀 Da geh ich sicherlich nochmal hin, denn die Leute waren wirklich sehr sehr nett!

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Lost & Found: the Treasure Hunt

Wie bereits angekündigt war ich am Freitag mit einigen anderen auf Schatzsuche; allerdings nicht mit Fabien, dem Franzosen (der hat sich kurzfristig zur Freiwilligenarbeit auf der Kaffee-Plantage hinreissen lassen), sondern mit drei Mädels: Megan und Ivana (zwei Amerikanerinnen) und Anne (eine Holländerin), mit denen ich mich gleich auf Anhieb sehr gut verstanden habe.

Gegen 10 Uhr haben wir uns also auf den Weg gemacht und hatten wirklich jede Menge Spaß! Die Schnitzeljagd hat uns etwa 5 Stunden lang durch den Wald geführt und wir kamen teilweise ganz schön ins Schwitzen. Denn insbesondere zu Beginn ging es ziemlich steil bergauf und auch zwischendurch mussten wir öfter mal eher Klettern als Wandern. Dafür wurden wir aber reichlich belohnt! Denn die Schnitzeljagd führte uns zu vielen tollen Orten. Nachdem wir etwas Probleme mit dem Finden des zweiten Hinweises hatten, stellte sich raus, dass wir viel zu kompliziert dachten und es im Grunde viel einfacher war, die weiteren Hinweise zu finden. Dadurch kamen wir dann auf unserem weiteren Weg an beeindruckend großen Bäumen, schönen Blumen und Gräsern sowie einem erfrischend kühlen Fluss vorbei, den wir an zwei Stellen sogar durchqueren mussten. Der vorletzte Hinweis führte uns dann zu einem Ort, der als Höhle angekündigt war und wir waren alle sehr gespannt, was uns dort wohl erwarten würde. Leider stellte sich raus, dass es sich eher um eine Art Felsvorsprung handelte und wir konnten keine Höhlenexpedition anschließen… Dennoch hatten wir wirklich jede Menge Spaß. Der letzte Hinweis führte uns dann wieder zurück zur Lodge, wo wir schließlich noch ein Puzzle lösen mussten, das uns die Gründungsgeschichte einer nahegelegenen Stadt (Valle de la Mina) verriet. Da der Continental Lookout, eine Art Aussichtspunkt von dem aus man über das ganze Tal schauen kann, jedoch mehr oder weniger auf unserem Rückweg lag, beschlossen wir, den kleinen (aber extrem anstrengenden) Umweg in Kauf zu nehmen und zu diesem Aussichtspunkt aufzusteigen. Von dort aus hatte man wirklich einen wunderschönen Blick über einen Großteil der Chiriquí-Province, wie euch eins der Fotos zeigt.

Zurück an der Lodge angekommen, lösten wir also noch das letzte Puzzle und als Belohnung erwartete uns abends nicht nur ein Freigetränk in der Lodge-Bar, sondern sogar eine spezielle Valentinstags-Party! Und die hatte es mächtig in sich! 😉 Wir feierten etwa bis 3:30 Uhr und es sei nur so viel verraten: Megan, Anne und ich verzichteten am Samstag lieber auf den Ausflug zu den Wasserfällen! 😉

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Lost & Found: too amazing to leave!

Hab mich entschieden, hier noch zwei Tage länger zu bleiben und erst am Sonntag nach Bocas del Toro zu fahren. Mal davon abgesehen, dass das Wetter dort nicht so toll sein soll, ist es hier einfach zu cool und es gibt noch so viel zu machen! Gestern hab ich beispielsweise die Coffee Tour gemacht. Wir sind zu fünft zu einer lokalen organischen Kaffeeplantage gefahren und konnten sehen, wie der Kaffee dort angebaut und verarbeitet wird. Wir durften sogar selbst ausprobieren, wie man die Bohnen traditionell (also von Hand bzw. mechanisch) verarbeitet hat. Das war ziemlich interessant. Abgesehen vom Kaffee werden auf der Farm aber auch Zuckerrohr und verschiedene Obst-/Gemüse- sowie Kräutersorten angebaut, dir wir alle probieren durfen: Orangen, Limetten, Bananen, Waldbeeren, Tomaten, Jalapenos und vieles vieles mehr. Sehr sehr leckeren Honig und Wein gab es auch, wobei ich den Wein eher als Likör bezeichnen würde (es gab welchen aus Mais und aus einer Pflaumensorte).

Heute morgen bin ich ganz früh aufgestanden, um den Sonnenaufgang zu sehen. War leider nicht ganz so farbenprächtig wie ich mir das vorgestellt hatte. Aber es sind trotzdem ein paar nette Fotos vom Vulkan Barú entstanden. Morgen wollen ein Franzose und ich dann noch den Treasure Hunt machen – das ist eine Art Schnitzeljagd von etwa 5-6 Stunden durch den Dschungel. Und am Samstag werd ich wohl mit zwei Mädels eine Tour zu den Celestine Wasserfällen machen. Hach! Kann gut verstehen, dass ihr neidisch seid! 😛

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Lost & Found Lodge

Nachdem wir ausgeschlafen und uns von der Vulkanwanderung etwas erholt hatten, sind Marie und ich planmäßig am Dienstagmittag von Boquete aus zur Lost & Found Lodge aufgebrochen. Dieses Ecohostel liegt in der Bocas Province mitten im Regenwald, gut eine Stunde Busfahrt von David entfernt in Richtung Bocas del Toro. Und ich darf vorab schonmal soviel verraten: der Name ist tatsächlich Programm! Es ist ganz außergewöhnlich hier!

Um zur Lodge zu kommen, sind wir zuerst von Boquete aus mit dem Bus zurück nach David gefahren und von dort aus dann mit einem kleinen Toyota-Bus (24-Sitzer) in Richtung Bocas del Toro aufgebrochen. Am besten man sagt dem Fahrer gleich beim Einstieg, dass man an der Lost & Found Lodge aussteigen will. Denn es gibt dort keinen planmäßigen Halt und sie haben so die Möglichkeit, dein Gepäck so zu verstauen, dass es möglichst einfach vorzeitig auch wieder abgeladen werden kann. Nach gut einer Stunde Fahrt tauchte dann endlich das Hinweis-Schild “Lost & Found Lodge” am Straßenrand auf und ich sagte meiner Nachbarin, dass ich aussteigen müsse. Leider war zu diesem Zeitpunkt allerdings der Co-Fahrer des Busses eingenickt. Der ist aber üblicherweise dafür zuständig das Fahrtgeld zu kassieren und dem Fahrer  zu sagen, wo gehalten werden soll/muss… Nunja, da ich nicht ganz sicher war (ich war ja noch nie hier), ob es sich bei dem Schild nicht vielleicht nur um eine Ankündigung gehandelt hatte, hab ich nicht gleich was gesagt. Nach einer kurzen Nachfrage bei meiner Nachbarin war jedoch klar, dass der Bus vergessen hatte, mich rauszulassen und meine hilfreiche Nachbarin machte den Fahrer und Co-Fahrer ziemlich lautstark darauf aufmerksam. Wir hielten daraufhin sofort an. Die beiden entschuldigten sich vielmals. Da ich jedoch nicht wollte, dass der ganze Bus umdrehen muss (ich hätte ja auch früher was sagen können), hab ich gesagt, dass ich den Weg zurücklaufen könne und sie luden mein
Gepäck aus… Fünf Minuten später bereute ich diese Aussage jedoch ein wenig, denn die Vulkanbesteigung steckte mir noch in den Knochen und es waren gute 15 Minuten bergauf bis zum eigentlichen Bus-Stopp! Und dann stand mir erst der eigentliche Aufstieg zur Lost & Found Lodge bevor…

Ein kleiner verschlungener Weg mit abwechselnder Steigung durch den Wald führte mich letztlich in etwa 20 Minuten zur versteckten Lodge. Oben angekommen war ich zwar ziemlich erschöpft (ich hatte ja mein ganzes Gepäck dabei), aber auch total beeindruckt von diesem wunderbaren Fleckchen Erde! Irgendwann lichtete sich nämlich der Weg und einzelne kleine Gebäude der Lodge kamen zum Vorschein: eine Bar, ein Dusch- und ein Toilettenhäuschen und natürlich die Rezeption und die Schlafhäuser. Und erst der Ausblick, den man von hier oben über die Provinz Bocas und auf den Vulkan Barú hat! Ich hatte mich ja sowieso schon auf die Tage hier oben im Wald gefreut! Aber meine Erwartungen wurden ehrlich gesagt um einiges übertroffen! :-) Und auch die Aktivitäten, die man hier angeboten bekommt, sind reichhaltig und besonders! Es gibt verschiedene ausgeschilderte Wanderwege durch den Dschungel, zu Wasserfällen und kleinen Höhlen (mit Kartenmaterial), unter anderem auch eine Schatzsuche, die im Schnitzeljagd-Stil aufgemacht ist. Es werden aber auch geführte Touren zu Wasserfällen oder durch den Dschungel angeboten und beispielsweise auch eine Tour zu einer lokalen Kaffee-/Zuckerrohr-Plantage. Dabei arbeiten die Betreiber der Lodge ausschließlich mit lokalen Anbietern/Partnern zusammen und unterstützen so die Region. Daher kann ich nur jedem empfehlen, der mal hier in die Nähe kommt, ein paar Tage in dieser Lodge zu verbringen! Es ist wirklich ein ganz außergewöhnlich wunderbares Flecken Erde; wenngleich man natürlich auf einigen Komfort hier oben verzichten muss. Ich denke dennoch, es lohnt sich!

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Volcán Barú

Wie angekündigt haben Marie und ich uns am späten Sonntagabend (23.30 Uhr) auf den Weg gemacht, den Vulkan Barú zu besteigen. Sein Gipfel markiert den höchsten Punkt Panamas und mit etwas Glück kann man von dort aus sowohl die Karibik als auch den Pazifik sehen. Von den für die Wanderung angemeldeten 12 Personen sind letztlich nur vier Mädels und ich übrig geblieben, sodass wir also zu fünft (+ Marie) waren: zwei Deutsche, drei Amerikanerinnen und Marie. Ein Minivan des Hotels brachte uns zunächst zum etwa 8km entfernten Einstieg, der bereits auf ca. 1700m lag. Es standen uns also etwa 14km und 2047 Höhenmeter bis zum höchsten Punkt des Vulkans bevor. Nach einigen letzten Hinweisen und einem Gruppenfoto machten wir uns um 0 Uhr im Mondlicht also auf den Weg, um hoffentlich bei Sonnenaufgang auf dem Gipfel zu sein. Schnell stellte sich heraus, dass wir uns gut verstehen und da wir ohne Guide in der Dunkelheit unterwegs waren, hatten wir bereits kurz vor der Abfahrt zum Einstieg besprochen, dass wir auf jeden Fall in der Gruppe zusammen bleiben und es langsam angehen. Und das taten wir dann auch: für die ersten 4km brauchten wir etwa 1 Stunde. Allerdings verschwand (wie angekündigt) nach etwa einer weiteren halbe Stunde der Mond, sodass wir dann mit unseren Stirnlampen weiterlaufen mussten. An diesem Punkt stellte sich raus, dass außer mir nur noch eine der Amerikanerinnen überhaupt eine Lampe dabei hatte (…), sodass wir beschlossen, zunächst mit nur einer Lampe zu laufen, um Energie zu sparen. Dadurch wurden wir natürlich deutlich langsamer. Denn der Weg war ziemlich uneben und zu weiten Teilen mit viel Geröll verschüttet, sodass man aufpassen musste, wohin man tritt, um sich nicht zu verletzen. Außerdem wurde der Weg zunehmend steiler, was den Aufstieg anstrengender machte. Etwa zu diesem Zeitpunkt stellte sich auch heraus, dass zwei der Amerikanerinnen gar nicht so genau wussten, worauf sie sich da eingelassen hatten und zumindest eine von beiden bereits mit ihrer Kondition kämpfte. Sie wollte den Aufstieg dennoch probieren (viele andere Optionen gab es eigentlich auch nicht…) und wir legten deshalb – und um uns an die zurückgelegten Höhenmeter anzupassen – regelmäßig kleinere Pausen ein. Gefühlt kamen wir immer langsamer voran, denn es dauerte immer länger bis zum nächsten Hinweisschild, das uns sagte, wie weit es noch bis zum Gipfel ist. Außerdem wurde es zunehmend kälter und fing an ein kleines bißchen zu nieseln, so dass wir bald vom Schweiß und Regen ziemlich nass waren. Nachdem wir etwa 2/3 der Strecke zurückgelegt hatten, legten wir eine längere Pause ein, um uns etwas zu stärken. Ich hatte Motivations-Gummibärchen und Blueberry-Bars eingepackt, eine andere hatte Oreo-Kekse dabei und so peppelten wir uns für den restlichen Aufstieg auf! Nicht gerade ein gesundes Mahl – aber der Zucker tat, was er sollte. :-) Eine der Amerikanerinnen meinte sogar, es sei der beste Oreo-Keks gewesen, den sie jemals im Leben gegessen habe. 😉

Gegen 6 Uhr erreichten wir dann endlich ein Plateau und wir waren schon überglücklich! Es stellte sich jedoch heraus, dass dies noch nicht der Gipfel war. Weitere 1,5 km warteten auf uns. An diesem Punkt teilte sich die Gruppe jedoch auf und jeder ging mehr oder weniger sein eigenes Tempo. Da es bereits langsam dämmerte, waren nun die Stirnlampen nicht mehr zwingend erforderlich. Zwei der Amerikanerinnen beschlossen letztlich, nicht mehr bis ganz nach oben zu gehen und gaben etwa 500m vor dem Gipfel total erschöpft auf. Nachdem wir uns versichert hatten, dass es beiden gut geht, mobilisierten Marie und ich nochmal alle Kräfte und meisterten den letzten Anstieg, um den wunderbaren Ausblick auf Panama zu genießen! Den Sonnenaufgang bekamen wir leider nur teilweise mit und ein kleines bißchen neblig war es auch – aber das Gefühl, am Gipfel angekommen zu sein war unbeschreiblich und der Ausblick und die faszinierende Ruhe dort oben entschädigten für die ganzen Strapazen! :-)

Nach einem kleinen Snack (ich hatte mir ein Sandwich mitgenommen), einigen Fotos und einer kleinen Erholungspause wurde uns dann bewusst, dass nun der Abstieg bevorstand. Wieder 14km und 2047 Höhenmeter – diesmal allerdings bei Tag und in die andere Richtung. Da die beiden Amerikanerinnen, die kurz vorm Gipfel die Segel gestrichen hatten sicher waren, dass sie es nicht zu Fuß nach unten schaffen würden, organisierten wir mit Hilfe eines Rangers am Gipfel einen Rücktransport für die beiden: es dauerte etwa 2,5 Stunden bis ein Allrad-Jeep kam und die beiden für $160 abholte und nach unten brachte. Da wir anderen drei (+ Marie) beschlossen hatten, nicht aufzugeben und den Abstieg wie geplant zu Fuß zurückzulegen, warteten wir nicht auf die Ankunft des Jeeps und brachen gegen 8.30 Uhr auf. Mehr oder weniger alle 500m wurden wir dabei auf’s Neue überrascht. Da es beim Aufstieg dunkel gewesen war und man nur dort sehen konnte, wo die Stirnlampe hinleuchtete wurde uns erst beim Abstieg bewusst, welches Gelände wir da überhaupt zurückgelegt hatten. Die Steigung betrug teilweise 45% und der Weg war aufgrund eines Erdrutsches 2009 teilweise extrem uneben. Hinzu kam, dass die nachts teilweise feuchten Wegstellen tagsüber durch die Sonne total ausgetrocknet waren und es dadurch an manchen Stellen extrem staubig war. Die Pflanzenwelt rechts und links vom Weg, die man nachts natürlich nicht sehen konnte, war jedoch wunderschön und am frühen Morgen erfreuten wir uns immer wieder auf’s Neue am vielfältigen Vogelgezwitscher und der Pflanzenwelt um uns herum! Immer wieder blieben wir stehen und machten Fotos vom Weg, weil wir kaum fassen konnten, wo wir da nachts in der Dunkelheit lang gelaufen waren. Leider kommen Steigung und Beschaffenheit des Weges auf den Fotos nicht ganz so rüber; aber einen Eindruck kann man hoffentlich trotzdem bekommen.

Gegen 13.30 Uhr kamen wir letztlich ziemlich ausgepowert am Hostel an und duschten erstmal, um uns vom ganzen Staub und Schweiß zu befreien! Etwa zur selben Zeit kamen auch die beiden Amerikanerinnen am Hostel an, die nach unten gefahren wurden. Da der Jeep allerdings denselben Weg nehmen musste, den wir zu Fuß genommen hatten (er kam uns etwa auf der Hälfte des Abstiegs entgegen), waren die beiden Mädels leider nicht mal schneller als wir. Kurz überlegte ich noch, ob ich versuchen sollte bis zum Abend wach zu bleiben. Die Müdigkeit siegte jedoch und wir legten alle einen kleinen Nachmittagsschlaf ein. Donata (die andere Deutsche) und ich standen aber nach etwa 2 Stunden wieder auf und beschlossen uns mit einem leckeren Abendessen für die anstrengende Nacht und den anstregenden Tag zu belohnen. :-)

Resumierend muss ich sagen: es war wirklich ziemlich anstrengend und hin und wieder kam – vorallem während des Abstiegs – schon die Frage auf, warum man sowas eigentlich macht… Aber: ich würde es jederzeit wieder machen (ausgenommen heute und morgen wohl auch eher nicht… ;-))! Und Marie ist da ganz meiner Meinung! 😀 Die anderen Mädels sind sich da bis jetzt allerdings nicht so sicher und haben zumindest für’s erste wohl mit Wanderungen abgeschlossen.

So, das war’s auch schon wieder. Denn heute geht’s weiter zur Lost&Found-Lodge: ein Hostel, das etwas versteckt in den Bergen im Dschugel liegt. Bin schon gespannt, was Marie und mich da erwartet!

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Adios Panama City! Hola Boquete!

Nach gut 9,5 Stunden (Bus-)Fahrt sind Marie und ich gestern gut in Boquete angekommen und haben uns gleich über das deutlich angenehmere Klima gefreut! :-) Im Gegensatz zu Panama City, das auf 0m (in Worten: Null Meter) liegt, befindet sich Boquete (ein kleines Bergdorf mit etwa 5000 Einwohnern) nämlich auf ca. 1200m. Es ist also nicht nur milder; vorallem ist auch die Luftfeuchtigkeit deutlich geringer, sodass man sich problemlos bewegen kann, ohne gleich einen Schweißausbruch zu bekommen. Und der Sonnenbrand lässt sich so auch deutlich leichter kurrieren. 😉

Bereits auf der Busfahrt von Panama City nach David konnte man gut beobachten, wie sich die Landschaft mit zunehmender Höhe und zunehmendem Abstand zum Meer verändert. Die ausgetrockneten, kargen Felder außerhalb Panama City’s wichen allmählich grünen Weiden mit weißen Kühen und letztlich weitläufigen, satt-grünen Waldflächen. Nach etwa 8,5 Stunden (und ca. 440km) in einem alten, aber komfortablen Reisebus kamen wir also in David an und mussten dort in einen Gambo-Bus umsteigen, um nach weiteren 50 Minuten endlich im beschaulichen Boquete anzukommen. Glücklicherweise hab ich diesmal drangedacht, ein Foto vom Bus zu machen, sodass ihr nun endlich auch mal einen dieser bunten Busse sehen könnt!

Im Hostel angekommen, hab ich festgestellt, dass hier ganz schön viele Deutsche/Österreicher/Schweizer unterwegs sind. Mehr oder weniger an jeder Ecke hört man nämlich jemanden Deutsch sprechen. Und auf meinem Zimmer hab ich dann auch gleich Nina kennengelernt, eine nette Biologin aus Nordostdeutschland, die seit etwa 4 Monaten durch Mittelamerika reist; allerdings genau in die entgegengesetzte Richtung zu meiner Reiseroute. Abends waren wir dann noch essen, gemeinsam mit Marian, einer New Yorkerin, die ich auf der Busfahrt kennengelernt hatte und die für einen kombinierten Spanisch-/Kletterkurs für eine Woche in Boquete ist.

Nach einer langen Nacht gab’s dann wieder die bewährten Pancakes zum Frühstück und anschließend haben Marie und ich das kleine Dörfchen erkundet. Auf dem Rückweg zum Hostel haben wir zum ersten Mal in Panama in einem Supermarkt eingekauft und waren doch erstaunt, was es hier alles gibt. Denn grundsätzlich konnten wir keinen essentiellen Unterschied zu einem deutschen Supermarkt feststellen: es gibt Gemüse- und Obstregale, Kühltheken für abgepacktes sowie frisches Fleisch und jede Menge Regale mit Konserven, Hygieneartikeln, Getränken, Brot, Käse, etc. Im Kühlregal haben wir sogar jeden Menge Frankfurter Würstchen entdeckt, obwohl natürlich stark bezweifelt werden darf, dass es sich dabei um echte Frankfurter Würstchen handelt… 😉

Den Rest des Tages haben wir mehr oder weniger verbummelt und versucht uns etwas auszuruhen, da wir heute Abend zu einer Besteigung des Vulkans Barú aufbrechen. Sein Gipfel liegt auf 3747m und bei gutem Wetter kann man sowohl den Pazifik als auch die Karibik sehen. Gemeinsam mit einigen anderen aus dem Hostel werden wir um 23.30 Uhr abgeholt und fahren zum Einstieg. Der Aufstieg wird zwischen 5 und 6 Stunden dauern, sodass wir rechtzeitig zum Sonnenaufgang  oben sein sollten. Es gilt also: Daumen drücken, damit morgen früh nicht zu viele Wolken da sind und die Sicht versperren!

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